Geheimrezept gegen Kopfschmerzen

Hast Du öfters Kopfschmerzen? Nimmst Du dann auch noch Schmerztabletten, um sie wegzubekommen? Dann bist Du damit nicht allein: Kopfschmerzen sind weit verbreitet – fast jedem brummt ab und an der Schädel. Knapp 70 Prozent der Deutschen leiden unter regelmäßigen Kopfschmerzen. Allerdings ist der Begriff „Kopfschmerzen“ etwas irreführend, weil der Kopf keine Schmerzrezeptoren hat und nicht wehtun kann. Was weh tut, das sind die Blutgefäße der Hirnhaut.

Die gute Nachricht ist: Du musst ab sofort keine Schmerztabletten mehr nehmen, um Deine Kopfschmerzen hinter Dir zu lassen! In meinem neuen Video zeige ich Dir, wie Du das mit einer einfachen, aber sehr wirkungsvollen Atemübung schaffen kannst. Hier geht’s zum Video! (Spieldauer: 11 Minuten)

Von | 2017-05-23T15:52:45+00:00 10. Februar 2017|

SÄURE-BASEN-BALANCE & ÜBERSÄUERUNG

 

Die Säure-Basen-Balance is in aller Munde. Kein Wunder, ist doch von allen Gleichgewichtszuständen, die der menschliche Körper anstrebt, das Säure-Basen-Gleichgewicht der wichtigste. Warum? Weil ein Gleichgewicht zwischen Säuren und Basen für einen normalen Stoffwechsel unabdingbar ist. Anders gesagt: Sind wir übersäuert, werden wir leichter krank. Sind wir leicht basisch, sind wir gesund. Nur wenn wir Norbert Treutwein, Autor des Buches „Übersäuerung – Krank ohne Grund“ glauben, dann sind 90 % der deutschen Bevölkerung übersäuert. Das klingt plausibel – und erschreckend zugleich.

 

KURZE DEFINITION

Säuren und Basen sind grundlegende, sich ergänzende Wechselspieler im menschlichen Organismus. Nach Brønsted ist Säure ein Molekül, welches ein positiv geladenes Wasserstoffion (H+) abgeben kann. Eine Base ist ein Molekül, welches ein H+-Ion aufnehmen kann. Das Wirkgefüge von Säuren und Basen stellt einen physiologischen Regelkreis dar, der auch als Säure-Basen-Haushalt bezeichnet wird.

 

GLEICHGEWICHT IST DAS ZIEL

Grundsätzlich neutralisieren sich Säuren und Basen gegenseitig: Treffen ein Säuremolekül und ein Basenmolekül zusammen, entsteht ein neutrales Salzmolekül, das dem Körper nichts mehr anhaben und ausgeschieden werden kann. Vom Prinzip her ist damit eine (Körper-) Flüssigkeit, die sich in einem absoluten Gleichgewicht befindet, weder basisch noch säurehaltig. Unser Körper tut alles, um in dieser Säure-Basen-Balance zu bleiben. Befindet sich im Körper zum Beispiel ein Zuviel an Säuren, so müssen sie entfernt werden. Dies läuft normalerweise völlig automatisch ab, wir merken nichts davon. Dafür sorgen sogenannte Puffersysteme.

 

DER PH-WERT

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„pH“ steht für potentia hydrogenii und ist aus dem Lateinischen abgeleitet. Es bedeutet so viel wie „die Wirksamkeit des Wasserstoffs“. Der pH-Wert gibt an, wie sauer oder wie basisch eine Flüssigkeit ist. Die Mess-Skala des pH-Wertes reicht von 1 bis 14, wobei alle Werte unter 7 sauer und alle Werte über 7 basisch (oder alkalisch) sind. 7 gilt als neutral.

Die Wert-Skala ist logarithmisch aufgebaut. Das bedeutet, dass bei einem pH-Wert von 6 die Säure gegenüber „Neutral“ 10-fach erhöht ist, bei pH 5 100-fach, bei pH 4 1000-fach usw.

 

DER IDEALZUSTAND

So wie unsere ideale Körpertemperatur bei 37 Grad Celsius liegt, liegt der optimale, leicht basische pH-Wert des Blutes bei 7,365 plus/minus 0,04. Diese unglaublich kleine Toleranz ist für unser Wohlergehen von großer Wichtigkeit. Erhebliche Abweichungen in die eine oder andere Richtung (aber vor allem ins saure Milieu) wären mit dem Leben nicht vereinbar. Schwankungen stören den Transport von Nährstoffen und Sauerstoff, die Tätigkeit von Enzymen und Hormonen, die Durchlässigkeit der Zellmembrane, die Verteilung von Elektrolyten, die Reizleitung im Nervensystem und die Erregbarkeit von Muskelzellen.

„Gesund sein“ bedeutet also vereinfacht gesagt, einen leicht basischen Körper zu haben – mit ein paar kleinen Ausnahmen. So zum Beispiel muss das Milieu im Magen sauer sein, wenn eine optimale Verdauungsleistung erbracht werden soll. Ebenso sollte im Dickdarm und in der Scheide ein saures Milieu überwiegen.

 

ÜBERSÄUERUNG – STÖRUNG DES SÄURE-BASEN-HAUSHALTS

Bei einer Unterschreitung des optimalen Wertes spricht man von einer Übersäuerung (Azidose), bei einer Überschreitung nennt man den Zustand Alkalose. Bei der Übersäuerung wird in der Medizin eine wichtige Unterscheidung gemacht: akute Azidose oder chronische Azidose. Handelt es sich um eine akute Azidose, ist diese lebensbedrohlich und muss sofort notfallmedizinisch behandelt werden. Dieser spezielle Fall einer Azidose ist für uns hier zweitrangig.

Eine Übersäuerung ist ein Überschuss an Säure und ein Mangel an ausgleichenden Basen.

Wir beschäftigen uns hier mit der chronisch latenten Azidose (CLA). Diese ist eine dauerhafte, schleichende Form der Übersäuerung in den Körperzellen und Organen. Dabei muss das Organ noch gar nicht sauer im chemischen Sinne sein, also einen kleineren pH-Wert als 7 aufweisen. Auch wenn die Basen, die als Gegenspieler die Säuren abpuffern, aufgebraucht sind, spricht man bereits von einer CLA

 

GRUNDSÄTZLICHES ZUR REGULATION

Um Schwankungen des Blut-pH auszugleichen, wirken verschiedene Puffersysteme. Das wichtigste ist das Kohlensäure-Bicarbonat-System. Weitere Blutpuffer sind das Phosphat-Puffersystem, das Proteinat-Puffersystem und das Hämoglobin, welches ebenfalls als leichter Puffer dient. Der Säure-Basen-Haushalt kann generell über den Stoffwechsel (Ausscheidung über die Niere) oder die Atmung (Abatmung von CO2 über die Lunge) reguliert werden.

 

REGULATION ÜBER DIE ATMUNG

CO2 fällt generell als Stoffwechselendprodukt in allen Zellen an. Dieses Gas liegt im Blut physikalisch gelöst als Kohlensäure vor. Damit die Kohlensäure wieder aus dem Körper entfernt wird, atmen wir CO2 über die Lungen aus. Fallen bei anderen physiologischen oder pathologischen Stoffwechselvorgängen mehr Säuren oder Basen an als normal, so kann durch eine vermehrte oder verminderte CO2-Abatmung der pH-Wert sehr schnell wieder ausgeglichen werden. Laut Markus Schirnen, Autor des Buches „Atem-Techniken“ sollen bis zu 70 % aller Abfallstoffe über den Atem ausgeschieden werden!

1 Ein Grund mehr, der Regulation über die Atmung einen angemessenen Platz bei der Entgiftung zu gewähren.

Siehe hierzu auch meinen Blogbeitrag zur Wim Hof Methode.

 

KLEINERE UNGLEICHGEWICHTE WERDEN NEUTRALISIERT

Alle Regulationsmechanismen des Körpers streben danach, das empfindliche Säure-Basen-Gleichgewicht zu erhalten; ein sich in niedere Bereiche bewegender pH-Wert des Blutes wird nicht toleriert. Um diese Konstanz zu erhalten, geht der Körper sehr weit – zur Not auf Kosten anderer Gewebe oder Systeme.

Wird das Blut einmal mit zu viel Säure belastet, holt es sich zum Ausgleich basische Mineralstoffe aus dem Gewebe. Zu den neutralisierenden Entsäuerungsmineralien zählen Natrium, Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen (saure Mineralien sind im Gegensatz dazu Schwefel, Phosphor, Chlor, Fluor und Jod). Für solche vorübergehenden Notsituationen legt der Körper einen Notvorrat an diesen basischen Mineralien an. Kleinste Schwankungen können also immer wieder ausgeglichen werden. Das ist kein Problem.

 

ERSTE MANGELZUSTÄNDE

Ist dieser Notvorrat aber irgendwann aufgebraucht und werden zudem auch noch nicht ausreichend neue Entsäuerungsmineralien über die Nahrung aufgenommen, holt sich das Blut die zum Ausgleich seines pH-Wertes notwendigen Mineralien aus anderen Quellen, etwa aus den Knochen (Kalzium) oder den Muskeln (Magnesium).

Das Problem ist nur, dass diese dort natürlich auch gebraucht würden. Die Folge: Es entstehen erste Mangelzustände, die mit unterschiedlichen Symptomen einhergehen, welche aber meistens nicht einer Übersäuerung zugeordnet und in der Regel auch nicht als solche von Ärzten diagnostiziert werden. Oder hat irgendjemand schon einmal bei Kopfschmerzen, kleinen Hautprobleme, Müdigkeit, Erkältungen, grippalen Infekten oder Entzündungen von seinem Arzt die Empfehlung bekommen, die Ernährung umzustellen oder eine Entgiftungskur zu machen?

 

SYMPTOME

Neben den bereits genannten Symptomen zählen auch Antriebsschwäche, schnelles Ermüden, Appetitlosigkeit sowie Muskel- und Gelenkbeschwerden zu den möglichen Anzeichen einer chronischen Übersäuerung. Andere Signale einer chronischen Übersäuerung können auch sein, wenn wir uns häufig matt fühlen und es z. B. auch ohne Belastung zu Schmerzen in den Gelenken kommt. Oder aber der Nacken verspannt sich und die Haut neigt zu Juckreiz bzw. Unreinheiten. Du siehst: Das Feld der Symptome einer Übersäuerung ist groß, da der gesamte Organismus unter einer chronischen Übersäuerung leidet. Und wie so oft entstehen die ersten Mangelerscheinungen zuerst beim „schwächsten Glied“.

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WENN DER TEUFELSKREIS AUSSER KONTROLLE GERÄT

Wird die Übersäuerung so groß, dass das Blut sie nicht mehr ausgleichen kann, wird die überschüssige Säure im Gewebe abgelagert. Dann muss das Lymphsystem neutralisieren, so weit es dazu im Stande ist – und versuchen, alles loszuwerden. Leider bedeutet dieses „Loswerden“, dass die Säure vom Gewebe zurück ins Blut befördert wird. Es entsteht ein Teufelskreis, der dem Körper noch mehr wichtige Mineralstoffe entzieht und Leber und Nieren belastet.

Wenn die Dinge noch stärker außer Kontrolle geraten, wird die Situation ernster. Geschwächte Organe und Systeme geben nach, es entstehen Störungen der Schilddrüse, der Nebenniere, der Leber und so weiter. Bewegt sich der pH-Wert zu stark ins Saure, nimmt die Sauerstoffversorgung ab und der Zellstoffwechsel wird abgestellt. Mit anderen Worten: Zellen sterben ab. Und das kann dann alle möglichen Bereiche des Körpers betreffen – das Herz genauso wie beispielsweise das Gehirn.

 

DIE FOLGEN EINER CHRONISCHEN ÜBERSÄUERUNG

Ein dauerhaft gestörtes Säure-Basen-Gleichgewicht kann den Boden für Krankheiten bereiten. Akute und chronische Krankheiten können entweder entstehen, …

  • weil das Blut zur eigenen Stabilisierung basische Mineralien aus Knochen, Organen und Muskeln abzieht und folglich dort der Zellstoffwechsel zusammenbricht.
  • weil der Organismus mit aller Kraft versucht, sich zu entgiften, und es z. B. beim Ausscheiden über die Haut zu Symptomen wie etwa Ekzemen, Akne und Furunkeln kommen kann. Aber auch Kopfschmerzen, Muskelkrämpfe, Schwellungen, Reizungen, Entzündungen und Schmerzen können flankierende Entgiftungserscheinungen sein.
  • weil saure Stoffwechselprodukte nicht ausgeschieden werden können und in die Blutbahn gelangen. Der Blutkreislauf will sie natürlich auch nicht haben und wird versuchen, sie über die Lungen oder die Nieren loszuwerden. Ist die Menge der Abbauprodukte zu groß, werden die Abfälle in verschiedenen Organsystemen eingelagert, etwa dem Herzen, der Bauchspeicheldrüse, der Leber und dem Dickdarm. Oder sie werden im Fettgewebe gespeichert, etwa in den Brüsten, an den Hüften, Oberschenkeln, am Bauch – und im Gehirn.
  • weil in einem sauren Milieu wunderbar Mikroorganismen gedeihen: Bakterien, Viren, Hefen, Pilze und Schimmelpilze. Sie genießen regelrecht die niedrige Sauerstoffkonzentration, die mit der Übersäuerung einhergeht. Außerdem sind die Spaltprodukte, die sie ausscheiden, extrem sauer – „Zunder“ für den Teufelskreis. Ist die Übersäuerung chronisch, können diese Mikroorganismen schnell die Überhand nehmen.

WAS MÜCKEN MIT EINER ÜBERSÄUERUNG ZU TUN HABEN

Der deutsche Arzt Rudolf Virchow (1821-1902), Gründer der modernen Pathologie, schrieb einmal: „Mücken suchen stehendes Wasser auf, aber sie sind nicht die Ursache dafür, dass das Wasser steht.“ Recht hat er, denn mit den Mikroorganismen scheint es sich genauso zu verhalten. Bakterien, Pilze & Co. lassen sich erst blicken, wenn das Umfeld geschädigt bzw. übersäuert ist. Dann fällt die Sauerstoffsättigung und der Organismus stellt mehr und mehr auf anaerobe Bedingungen („ohne Sauerstoff“) um. Jetzt werden die Mikroorganismen so richtig aktiv und machen sogesehen die Arbeit eines Leichenbestatters. Ihre Toxine zersetzen Stück für Stück den Körper: Wir gären, verschimmeln und verfaulen im Grunde innerlich. Keine schöne Vorstellung, aber bei einer chronischen Übersäuerung leider die Realität.

Damit erklärt sich nun auch, was Mücken mit Übersäuerung zu tun haben: Die Mücken aus dem Zitat von Virchow sind nicht das Primäre – also die Ursache, sondern das Sekundäre – die Folge bzw. „nur“ ein Symptom. Ebenso scheint es mit vielen (chronischen) Krankheiten zu sein. Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Krebs u. v. m. scheinen das Sekundäre – das Symptom zu sein, die Übersäuerung und die daraufhin aktiv werdenden Mikroorganismen dafür das Primäre! Daraus folgt logisch: Die Behandlung des Symptoms kann funktionieren, ist dann aber nicht nachhaltig. Das Symptom kann nur dann vollumfänglich gelöst werden, wenn man bei der Ursache ansetzt. Daran sollte man immer denken, wenn man mit einer kleinen oder großen Krankheit konfrontiert ist – unabhängig davon, welchen Lösungsweg man präferiert.

Mikroorganismen und ihre Abfallstoffe (Säuren, Alkohole und Toxine) tragen direkt oder indirekt zu einer endlos langen Reihe von Symptomen bei. Die meisten Krankheiten, besonders chronische und degenerative Krankheiten, folgend auf wuchernde, sich vermehrende Mikroorganismen (die sich am liebsten in einem sauren Milieu ansiedeln). Laut Robert O. Young 2, Mikrobiologe und Ernährungswissenschaftler, Dr. med. Michael Worlitschek 3, Facharzt für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren sowie dem Reformhaus-Ratgeber „Säure-Basen-Haushalt im Gleichgewicht“ (welcher vom Zentralverband der Ärzte für Naturheilverfahren und Regulationsmedizin e. V. empfohlen wird) 4 können dazu zählen:

  • Diabetes
  • Krebs
  • Arteriosklerose (Arterienverkalkung)
  • Osteoporose
  • Chronische Müdigkeit
  • Schmerzen
  • Infektionsneigung
  • Funktionsstörungen der Nebenniere oder Schilddrüse
  • Verdauungsstörungen
  • Heißhungerattacken
  • Koliken
  • Blähungen
  • Depressionen
  • Hyperaktivität
  • Asthma
  • Hämorrhoiden
  • Erkältungen
  • Grippale Infekte
  • Atemwegserkrankungen
  • Hauterkrankungen und -ausschläge
  • Zahnfleischschwund
  • Pilze an Fingern und Fußnägeln
  • Benommenheit
  • Gelenkschmerzen
  • Schlechter Atem
  • Geschwüre
  • Kolitis
  • Sodbrennen
  • Mundtrockenheit
  • PMS und Menstruationsstörungen
  • Reizbarkeit
  • Verschwollene Augen
  • Verminderter Sexualtrieb
  • Stimmungsschwankungen
  • Pilzinfektionen in der Scheide
  • Zysten und Tumore
  • Rheumatoide Arthritis
  • Taubheitsgefühle in den Gliedern
  • Heuschnupfen
  • Darmstase (Darmbewegungsstockung)
  • Niedriger Blutzucker
  • Hiatushernie (Zwerchfellbruch)
  • Kopfschmerzen
  • Lethargie/Trägheit
  • Schlaflosigkeit
  • Selbstmordgedanken
  • Kältegefühl/Zittrigkeit
  • Chronische Infekte
  • Über- und Untergewicht
  • Überempfindlichkeit gegen Chemikalien
  • Schlechtes Gedächtnis
  • Muskelschmerzen
  • Allergien (Umweltstoffe/Nahrungsmittel)
  • Brennen der Augen
  • Multiple Sklerose
  • Malabsorption
  • Blaseninfektionen

URSACHEN

In den ersten Lebensjahrzehnten wird der Organismus in der Regel noch gut mit den Säureüberschüssen fertig. Und selbst wenn nicht: Er räumt dann die Notdepots leer und zieht Nährstoffe aus den Knochen und Muskeln ab. Und das bedeutet: Entweder kommt es noch nicht zu einer chronischen Übersäuerung oder sie wird als solche nicht identifiziert.

Die Auswirkungen einer Übersäuerung werden unter Umständen erst viele Jahre oder sogar erst Jahrzehnte später augenscheinlich. Nur sind wir dann in der Regel nicht mehr in der Lage, der nun so langsam offenkundig werdenden Wirkung die wirklichen Ursachen zuzuordnen. Um es etwas vereinfacht auszudrücken: Wer käme denn auf die Idee, dass die ständigen Migräneanfälle sowie die permanente Antriebslosigkeit mit 40 Jahren Auswirkungen einer Übersäuerung sind, die mitunter auf die vielen säurebildenden Sonntagsbraten zurückgeführt werden kann, die man als Teenager regelmäßig bei Oma gegessen hat?

Damit wären wir bei einer sehr spannenden Frage angekommen: Was ist die Ursache einer chronischen Übersäuerung? Der Ursprung liegt in den folgenden 4 Punkten:

  1. Falsche Ernährung
  2. Mangelnde Bewegung
  3. Äußere Gifte
  4. Innere Gifte

Dieses Quartett kann eine chronische Übersäuerung des Körpers in Gang setzen und ihn bis in die Zellebene hinein stören. Das Blut und alle Zellen sind so gut es geht bemüht, sich an den fallenden pH-Wert und die schlechten Bedingungen anzupassen. Sinkt der pH-Wert aber fortan, so gehen die Zellen zugrunde und entwickeln sich zu Bakterien, Hefen, Pilzen und Schimmelarten. Deren Abfallprodukte sind zusätzliche Säuren, die das Milieu weiter verschlechtern. Das führt zu einer kaskadierenden Störung des Systems und der Teufelskreis ist geschlossen.

Siehe hierzu auch diesen Blogbeitrag: Warum Detox? Warum Reboot? Warum Entgiftung?

FALSCHE ERNÄHRUNG

Wir essen grundsätzlich zu viel vom Falschen und zu wenig vom Richtigen: Wir verzehren zu viel Fleisch, Fisch, Käse, Eier, Weißmehl, Süßspeisen, Zucker, Kaffee und Alkohol. Gleichzeitig essen wir viel zu wenig basenbildendes, unverarbeitetes Obst- und Gemüse. Hinzu kommt, dass wir zu wenig trinken: Unser Körper braucht zur Gesunderhaltung pro Tag ca. 2-3 Liter Wasser (je nach dem, wieviel wasserentziehende Nahrungsmittel konsumiert werden) – stilles Wasser oder Kräutertee, kein Mineralwasser (auch keine industriell hergestellten und mit Zucker versetzten Getränke wie z. B. Limonaden, Cola oder Energie-Drinks). Einen Teil der Flüssigkeit beziehen wir aus der festen Nahrung, aber 1,5 bis 2,0 l müssen wir in flüssiger Form zuführen.

MANGELNDE BEWEGUNG

Zu wenig körperliche Aktivität führt infolge unzureichender Durchblutung der Muskulatur zu Sauerstoffmangel, wodurch zusätzlich Milchsäure gebildet wird. Durch die mangelnde Bewegung wird zudem die Kapazität der Lunge zur Entgiftung der Säuren nicht vollständig genutzt. Last but not least kommen wir so auch nicht ins Schwitzen, was eine Säureausscheidung über die Haut ebenso verunmöglicht.

ÄUSSERE GIFTE

In den Industrienationen können wir den mannigfaltigen äußeren Giften kaum noch aus dem Weg gehen. Dabei handelt es sich um Lebensmittelzusatz- und Konservierungsstoffe in industriell verarbeiteten Nahrungsmitteln, Farbstoffe, Aromen, Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in der konventionellen Nahrung, Tabak, Alkohol, Waschmittelzusätze und Zusätze in Körperpflegeprodukten, Medikamente, Umweltgifte,  Chemikalien, Lösungsmittel, Luftverschmutzung, elektromagnetische Strahlung und mittlerweile scheinbar auch Chemtrails.

Einigen von ihnen kann man mit mehr oder minder großem Aufwand aus dem Weg gehen. So kann man zum Beispiel auf Tabak, Alkohol, Parfüm und Medikamente verzichten. Auch kann man auf industriell verarbeitete Lebensmittel und solche Nahrungsmittel verzichten, die nicht Bio sind. Genauso kann man z. B. Naturkosmetik und Waschmittel ohne chemische Zusätze verwenden. Aber Umweltgiften, Luftverschmutzung, elektromagnetischer Strahlung und Chemtrails geht man schon nicht mehr so leicht aus dem Weg – zumindest nicht, wenn man hier in Zentraleuropa ansässig bleiben will.

INNERE GIFTE

Wer kennt sie nicht: Menschen, die sich vorbildlich vegan ernähren, viel grünes Gemüse und Obst zu sich nehmen, sich regelmäßig und umfangreich bewegen, aber trotzdem durch permanenten Stress, seelische Belastung, familiären Kummer, unbewusste Ängste, ein gestörtes Gefühlsleben und / oder ein scheinbar nicht enden wollendes, negatives Gedankengewitter völlig übersäuert sind.

Du glaubst nicht, dass solche „weichen Faktoren“ zu einer Übersäuerung führen können? Dann erinnere Dich einmal an einen Zustand, an dem Du (oder eine Dir nahe stehende Person) schlecht vorbereitet in eine Prüfung gegangen bist und sich Dir vor lauter Angst möglicherweise sogar der Magen umgedreht hat: Der emotionale Stress in dieser Situation hat zu viel Säure produziert und der Körper hat alles versucht, um diese Belastung auszuleiten. Dies zeigt: Gedanken und Emotionen haben potenziell toxische Wirkung.

DIAGNOSE

Zur Überprüfung des Zustands des Säure-Basen-Haushalts gibt es verschiedene Methoden, die mit Speichel, Urin oder Blut arbeiten. Bei der Aussagekraft der verschiedenen Methoden geht die Meinung jedoch auseinander. Der Vorteil der ersten beiden Methoden liegt in der leichten Handhabung: Man holt sich einfach sogenanntes Indikatorpapier in der Apotheke, und misst den Säuregrad (pH-Wert) bequem zuhause. Der Nachteil dieser Methoden ist allerdings, dass beide sehr stark als Reaktion auf das schwanken, was man zuvor gegessen hat. Außerdem wird hier nur ca. 1 % der ausgeschiedenen Säure erfasst.

Wirklich zuverlässig kann der Säure-Basen-Status des Körpers nur anhand einer im Labor ausgewerteten Blutprobe ermittelt werden. Allerdings kann die Messung des Urins einen ersten Hinweis geben, ob ein Risiko für eine Übersäuerung besteht. Wenn Du diese Methode nutzen möchtest, dann führe wegen der ernährungsabhängigen Schwankungen besser mehrere Messungen über den Tag verteilt durch (ggf. mehrere Tage lang) und bilde dann den Mittelwert Deiner Ergebnisse.

MASSNAHMEN

Die beste und natürlichste Möglichkeit für einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt ist eine basenüberschüssige Ernährung, eine ausreichende Zufuhr von qualitativ hochwertigem Wasser, viel Bewegung, die Ausschaltung von „äußeren Säuren“ und natürlich die innere Entgiftung. Unter Umständen können auch Nahrungsergänzungsmittel gute Dienste leisten. Wenn sich allerdings bereits eine chronische Übersäuerung entwickelt hat, dann reicht eine Ernährungsumstellung möglichweise nicht mehr aus. In diesem Fall solltest Du einen Arzt Deines Vertrauens konsultieren.

WORAN ERKENNT MAN BASENBILDENDE LEBENSMITTEL?

Achtung: Der pH-Wert eines Lebensmittels sagt nichts darüber aus, wie es sich nach der Verstoffwechselung im Körper verhält. Zitrusfrüchte wie beispielsweise eine Zitrone schmecken sauer, wirken sich nach der Verstoffwechselung aber stark basisch aus. In sofern kann man die Zitrone als „saures“ Obst bezeichnen, das allerdings stark „basenbildend“ wirkt.

In Veröffentlichungen und Ratgebern zum Säure-Basen-Haushalt finden sich zum Teil unterschiedliche Angaben zum Effekt der verschiedenen Lebensmittel auf das Säure-Basen-Gleichgewicht. Oft bleibt undurchsichtig, wie die Autoren zu ihren Einschätzungen kommen. Verlässliche und wissenschaftlich gut abgesicherte Indikatoren zur Einschätzung der Säurelast von Lebensmitteln sind der Potential Renal Acid Load (PRAL) und die potenzielle Säurebelastung der Nieren nach Remer und Manz.

Nachfolgend findest Du zwei Tabellen, welche einen Vergleich von Lebensmitteln anhand deren Säurelast ermöglichen:

FORSCHUNG ZEIGT: BASISCHE ERNÄHRUNG VERBESSERT GESUNDHEIT UND LEBENSERWARTUNG

Vollkommene Gesundheit erfordert einen ausgewogenen Säure-Basen-Haushalt. Dieser kann nur durch eine ausgewogene Ernährung erreicht werden.

Einheitlich gelten grünes Gemüse (Grünkohl, Spinat, Blattsalate, Löwenzahn, Gurke, Fenchel etc.), Kräuter (Petersilie, Thymian, Pfefferminze, Ingwer etc.) sowie sonnengereiftes Obst (Äpfel, Ananas, Birnen, Datteln, Zitronen, Limetten etc.) und Kokosnüsse, Wasser (ohne Kohlensäure) und Kräutertees als mittlere bis stark basenbildende Lebensmittel.

Zudem können in angemessenen Mengen Kartoffeln, Maroni, Sprossen, Quinoa, Buchweizen, Hirse, Nüsse, Samen, Kerne, Leinsaaten, Trockenobst, Pilze, Tofu, roher Kakao und naturtrüber Apfelessig als leicht basenbildende oder „gute“ bzw. leicht säurebildende Nahrungsmittel dazukommen. Demgegenüber solltest Du auf stark säurebildende Lebensmittel wie Fertigprodukte aller Art, Fleisch, Fisch, Eier, Käse und andere Milchprodukte, stark verarbeitete Sojaprodukte, Weißmehlprodukte, Cerealien, Seitan-Produkte, Zucker und zuckerhaltige Produkte, alkohol- und koffeinhaltige Produkte verzichten.

Zudem empfehlen dann auch sogenannte Ernährungsexperten, dass wir täglich ca. 80 % basische bzw. basenbildende Lebensmittel zu uns nehmen sollen und 20 % säurebildende. Folgen wir diesem Prinzip, verbessern wir damit erwiesenermaßen unseren gesundheitlichen Zustand und unsere Lebenserwartung. 5

BASISCHE ERNÄHRUNG KANN ARTERIOSKLEROSE ENTGEGENWIRKEN

Bezüglich der Arteriosklerose existieren wissenschaftliche Untersuchungen, dass eine vitaminreiche Ernährung mit viel Gemüse und Früchten (vor allem grünes Gemüse!) das Erkrankungsrisiko senkt. 6 7 8

BASISCHE ERNÄHRUNG KANN OSTEOPOROSE ENTGEGENWIRKEN

Besonders in Bezug auf die Osteoporose gibt es deutliche Hinweise auf einen Einfluss des Säure-Basen-Haushaltes. Es besteht Einigkeit darüber, dass eine fortdauernde Übersäuerung die Freisetzung von Mineralstoffen aus dem Knochen begünstigt. Die Aktivität der Knochen abbauenden Zellen (Osteoklasten) und der Knochen aufbauenden Zellen (Osteoblasten) ist pH-abhängig. So führt bereits eine geringfügige Azidose zu einem deutlich erhöhten Knochenabbau. 9

Weitere wissenschaftliche Studien belegen den Zusammenhang zwischen einer Ernährung mit mehr Früchten und Gemüse und einer Verringerung des Osteoporoserisikos. 10 11 12 In einigen kleineren Interventionsstudien resultierte die Einnahme von alkalischen Substanzen in einer niedrigeren Ausscheidung von Markern des Knochenabbaus im Urin. 13 14

PSYCHE: SAUER MACHT SCHEINBAR ÄNGSTLICH

In einer 2009 durchgeführten Studie konnte der Amerikaner Ziemann beweisen, dass das Gehirn von Mäusen nach der Inhalation von CO₂ sauer wurde und die Mäuse anschließend verstärktes Angstverhalten zeigten. 15

BASISCH IST NICHT AUTOMATISCH GESUND

Eine basische Ernährung soll und wird nicht den gesamten Körper in einen basischen Zustand versetzen. Das wäre genauso ungesund wie ein übersäuerter Körper. Die basische Ernährung entsäuert – idealerweise kombiniert mit flankierenden Maßnahmen wie ausreichend Bewegung, möglicherweise Colon-Hydro-Therapie, Massagen, Yoga und Meditationen – das Bindegewebe, die Lymphe, den Dünndarm und alle anderen Organe und Körperbereiche, die einen basischen pH-Wert benötigen.

Gleichzeitig sorgt die basische Ernährung dafür, dass sich im Magen die Magensäureproduktion einpendelt (nicht zu schwach und nicht zu stark) und dass sich im Dickdarm sowie in der Scheide wieder jene nützlichen Bakterien ansiedeln können, die dort für das erforderliche saure Milieu sorgen.

Ich empfehle Dir in diesem Zusammenhang eine basische Ernährung, die nicht nur basisch, sondern auch gesund ist. Das klingt zunächst verwirrend, glaubt man doch gemeinhin, das basisch gleichbedeutend mit gesund ist. Das stimmt auch zu 99 %. Es gibt aber auch hier wieder Ausnahmen. Wenn Du Dir nämlich so manche – nach hochwissenschaftlichen analytischen Methoden erstellte – Säuren-Basen-Tabelle ansiehst, dann kannst Du feststellen, dass zum Beispiel Zucker „neutral“ verstoffwechselt wird oder dass u. U. Wein, Nuss-Nougat-Creme, Marmelade, Bier und Eis als basische Lebensmittel ausgewiesen sind. Dennoch gilt der Verzehr von diesen Lebensmitteln als negativ für den Säure-Basen-Haushalt.

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  1. Vgl. Schirner, Markus: Atem-Techniken. Schirner, Darmstadt 2008, 3. Auflage, S. 13
  2. Vgl. Young, Robert O. und Redford Young, Shelley: Die pH-Formel für das Säure-Basen-Gleichgewicht. Mosaik, München 2003, 2. Auflage
  3. Vgl. Worlitschek, Dr. med. Michael: Praxis des Säure-Basen-Haushalts – Grundlagen und Therapie. Haug, Stuttgart 2008, 6. überarbeitete Auflage
  4. Vgl. Stonjek, Inka et al.: Säure-Basen-Haushalt im Gleichgewicht. Eigenverlag Reformhaus, Hamburg 2012, 2. Auflage; https://www.reformhaus.de/files/Ratgeber/Ratgeber_SaeureBasenHH_low_2012.pdf
  5. Vgl. Schwalfenberg, Gerry K.: The alkaline diet: Is there evidence that an alkaline ph diet benefits healt?. Journal of Environmental and Public Health. 2012;2012:727630. doi:10.1155/2012/727630, http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3195546/
  6. Vgl. Liu, S. et al.: Intake of vegetables rich carotenoids and risk of coronary heart disease in men: The Physician’s Health Study. Int J Epidemiol. 2001 Feb; 30 (1): 143-4; http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11171873
  7. Vgl. Liu, S. et al.: Fruit and vegetable intake and risk of cardiovascular disease: the Women’s Health Study. Am J Clin Nutr 2000;72:922-8; http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11010932
  8. Vgl. Joshipura, K. et al.: The effect of fruit and vegetable intake for coronary heart disease. Ann Int Med 2001; 134(12): 1106-14; http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11412050
  9. Vgl. Arnett, T.: Regulation of bone cell function by acid-base balance. Proc Nutr Soc. 2003 May;62(2):511-20; http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/14506899
  10. Vgl. Tucker, K. et al.: The acid-base hypothesis: diet and bone in the Framingham Osteoporosis Study. Eur J Nutr. (2001) 40(5): 231-7; http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11842948
  11. Vgl. Macdonald, H. et al.: Low dietary potassium intakes and high dietary estimates of net endogenous acid production are associated with low bone mineral density in premenopausal women and increased markers of bone resorption in post- menopausal women. Am J Clin Nutr (2005) 81(4): 923-33; http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15817873
  12. Vgl. Welch, A. et al.: More acidic dietary acid-base load is associated with reduced calcaneal broadband ultrasound attenuation in women but not in men: results from the EPIC-Norfolk cohort study. Am J Clin Nutr (2007) 85: 1134-41; http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17413116
  13. Vgl. Maurer, M. et al.: Neutralization of western diet inhibits bone resorption independently of K intake and reduces cortisol secretion in humans. Am J Physiol Renal Physiol (2003) 284(1): F32-40; http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12388390
  14. Vgl. Sakhaee, K. et al.: Effects of potassium alkali and calcium supplementation on bone turnover in postmeno-pausal women. J Clin Endocrinol Metab. (2005) 90(6):3528-33; http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15755853
  15. Vgl. Ziemann et al.: The Amygdala is a Chemosensor that Detects Carbon Dioxide and Acidosis to Elicit Fear Behavior. Cell. 2009;139(5):1012-1021; http://www.cell.com/abstract/S0092-8674(09)01420-2
Von | 2017-05-23T15:52:46+00:00 29. November 2016|

WIM HOF METHODE: Tiefes Atmen + Kältetherapie setzen ungeahnte Superkräfte frei

WAS IST DIE WIM HOF METHODE?

Die Wim Hof Methode ist im engeren Sinne eine extrem wirkungsvolle Atemübung. Korrekt praktiziert führt sie dazu, dass der Mensch regelrechte Superkräfte entwickelt, weil der Körper durch sie in seinen bestmöglichen Funktionsmodus versetzt wird. In diesem Modus ist jeder Mensch in der Lage, alle möglichen Herausforderungen viel leichter zu meistern. Deshalb sollte jeder, der aus sich die bestmögliche Version machen möchte, diese Technik unbedingt beherrschen.

Im weiteren Sinne besteht die Wim Hof Methode aus drei Elementen:

      1. Atemübungen
      2. Yoga- bzw. Stretching-Übungen
      3. Graduelle Kältetherapie/Eisbad sowie Meditation/mentale Konzentration auf das dritte Auge während der Kältetherapie

Die Atemübungen bilden den ersten Teil der Wim Hof Übungssequenz. Sie gleichen in gewisser Weise einer kontrollierten Hyperventilation, wenngleich der für eine Hyperventilation typische Stressauslöser fehlt. Die Wim Hof Atemübungen erhöhen die Sauerstoffversorgung des Körpers, regulieren die Schmerzrezeptoren herunter, steigern den pH-Wert und machen den Körper schlussendlich basisch.

Außerdem wird dabei nachweislich DMT (Dimethyltryptamin) ausgeschüttet! DMT wird als das spirituelle Molekül bezeichnet, welches bei Aufwacherlebnissen, Nahtoderlebnissen und Ayahuasca-Sessions in massiven Dosen freigesetzt wird. Laut Terence McKenna, der die Bekanntheit von DMT durch seine Vorträge, Bücher und Interviews auf das jetzige, noch nie da gewesene Level brachte, nannte DMT in seinem 1994er Vortrag „Rap Dancing Into the Third Millenium“ „das stärkste der Menschheit und der Wissenschaft bekannte Halluzinogen“ und „das gebräuchlichste Halluzinogen der Natur“. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass man seine eigenen Drogen durch diese Atemübung produziert.

Die anschließenden Yoga- und Stretching-Übungen halten den Körper geschmeidig. Zudem helfen sie, eventuelle Blockaden zu lösen. Durch die ersten beiden Schritte wird der Körper und der Geist optimal auf die Kälte – den dritten Teil der Übungssequenz – vorbereitet. Der Kontakt mit der Kälte führt sofort zur vollen Präsenz im Hier und Jetzt. Wer den Fluchtreflex des Reptiliengehirns nun hinter sich lässt und sich zunehmend in die Situation hinein entspannt, erreicht nicht selten einen tiefen Zustand der Meditation. Mit einiger Übung kann es durchaus vorkommen, dass die Kälte sogar als Wärme empfunden wird.

WIE FÜHLT ES SICH AN, WENN MAN DIE WIM HOF METHODE (ATEMÜBUNG) PRAKTIZIERT?

Bitte beachte die Warnhinweise am Ende dieses Beitrags, bevor Du mit den Übungen beginnst. Folgende Erfahrungen kannst Du beim Praktizieren der Wim Hof Methode machen:

        • Kribbeln in bestimmten Körperregionen wie z. B. den Händen, den Unterarmen, den Füßen oder aber auch im ganzen Körper (die Stärke ist abhängig davon, wie intensiv man atmet)
        • Benommenheit oder Schwindelgefühl – vor allem nach dem Anhalten des Atems (anfänglich bei manchen häufiger … lässt dann immer mehr nach)
        • Verbessertes Energielevel – Du fühlst Dich topfit
        • Positiver Gemütszustand – Die ausgeschütteten Hormone, Endorphine und Neurotransmitter sorgen dafür, dass Du anschließend super gelaunt bist
        • Absolute Klarheit und Aufmerksamkeit

Wenn Du die Wim Hof Methode am frühen Morgen praktizierst, dann kannst Du anschließend ganz leicht auf den Kaffee verzichten (sofern Du Kaffee trinkst und ihn z. B. reduzieren möchtest).

WER IST WIM HOF?

Wim Hof, oder auch „the Iceman“ genannt, ist ein in Holland geborener Weltrekordhalter, Abenteurer, Draufgänger, Naturbursche und ein menschliches Versuchskaninchen. Mittlerweile ist er sogar weltweit für seine Fähigkeit bekannt, extreme Kälte scheinbar mit Links auszuhalten. Ich habe ihn in 2016 zwei Mal persönlich getroffen und finde ihn sehr sympathisch. Er ist super entspannt, witzig, immer gut drauf, spielt Gitarre, läuft nahezu immer mit T-Shirt und Shorts herum und verliert sich gerne, wenn er redet. Wim Hof ist ein absolut faszinierender, charismatischer Typ. Ich mag ihn sehr.

Einige der verrücktesten Leistungen von Wim Hof, der mehr als 20 Weltrekorde hält, sind:

      • Den Mount Everest nur mit einer Short bekleidet und ohne Sauerstoffmaske (bis knapp unter den Gipfel) bestiegen
      • Barfuß und nur mit einem Short bekleidet einen Marathon oberhalb des Polarkreises in Finnland gelaufen
      • Den Gipfel des Kilimanjaro in weniger als 2 Tagen erreicht – natürlich nur in Shorts
      • Oberhalb des Polarkreises: 66 Meter unter einem Meter dicken Eis getaucht
      • Mehr als zwei Stunden regungslos in einem Eisbad gesessen
      • 2011: Einen Marathon in der Wüste Namib gelaufen – ohne Wasser

… Und das ist nicht alles!

MISSION & PHILOSOPHIE: WIM HOF’S MESSAGE

Wim Hof will der Welt zeigen, dass alle Menschen können, was er kann. Zudem will er durch wissenschaftliche Studien beweisen, dass sein Ansatz der Menschheit gute Dienste leisten kann. Ihm geht es darum zu vermitteln, dass jeder Mensch eine innere Weisheit hat. Diese kann er sich erschließen, indem er in einen intensiven Kontakt mit seiner physischen Natur tritt und dabei voll präsent ist. „Viele Probleme können allein dadurch gelöst werden, dass die Menschen diesen intensiven Kontakt mit ihrem physischen Körper wieder herstellen (anstatt oft erfolglos zu versuchen, ihre Probleme mit dem Verstand zu lösen)“, so Wim Hof. Seiner Ansicht nach ist diese Verbindung in der heutigen Zivilisation verkümmert. Aber die gute Nachricht ist: sie kann reaktiviert werden.

Folgende Mantras kann man von Wim Hof immer wieder hören:

      • Höre auf Deinen Körper, er hat die Antwort.
      • Ich bin nichts Besonderes. Was ich kann, kann jeder.
      • Ich habe keine Angst vor dem Tod, ich habe Angst, nicht voll zu leben.
      • Wir alle sitzen auf einem gewaltigen Reservoir an unerschlossenen, supermenschlichen Fähigkeiten. Jeder kann sich diese erschließen.
      • Atem ist Leben.
      • Kälte ist Gott.
      • Fühlen ist Verstehen.
Ich habe keine Angst vor dem Tod, ich habe Angst, nicht voll zu leben. (Mantra von Wim Hof) Klick um zu Tweeten


WIM HOF METHODE VERSUS TUMMO

Ich habe sowohl die Wim Hof Methode von Wim Hof persönlich, als auch die Tummo-Praxis von einem anerkannten tibetischen Lama erlernt. Beide Ansätze haben durchaus Gemeinsamkeiten, liegen dann aber in der konkreten Praxis doch weit auseinander.

Während die Wim Hof Methode ihre Power in erster Linie durch die Atemübung bezieht, welche die Schmerzrezeptoren runterreguliert und man sich zudem graduell an die Kälte gewöhnt geht es bei der klassichen Tummo-Praxis vielmehr um das Visualisieren sowie das tatsächliche Empfinden von Hitze im eigenen Körper. Beide Techniken stelle ich auf dieser Seite in kostenlosen E-Kursen zur Verfügung (siehe weiter unten). Jeder kann sich also selbst ein Bild davon machen. Ich finde beide Techniken großartig und habe mittlerweile damit begonnen, beide Methoden miteinander zu verbinden.

WARUM SOLLTEST DU DIE WIM HOF METHODE PRAKTIZIEREN? WELCHE WISSENSCHAFTLICHEN BELEGE GIBT ES?

Die bisherigen wissenschaftlichen Untersuchungen der Wim Hof Methode haben gezeigt, dass deren Ausübung die Beeinflussung des autonomen Nervensystems und des Immunsystems ermöglicht. Das bedeutet, dass diese Technik von hohem Wert für die Menschheit ist. Die Methode scheint Menschen zu befähigen, ihre Gesundheit völlig eigenständig und ohne externe Faktoren positiv beeinflussen zu können. So kann der pH-Wert des Blutes und auch die Stimmung angehoben werden. Aber auch für die Leistungssteigerung (z. B. im Sport) ist sie von großer Bedeutung.

Fühlen ist Verstehen. (Mantra von Wim Hof) Klick um zu Tweeten

BEWUSSTE STEUERUNG DES „AUTONOMEN“ NERVENSYSTEMS

Jan Groothuis von der Radboud University in Nijmegen / Holland hat Wim Hof bei einem 80-minütigen Eisbad überwacht und das unmöglich geglaubte festgestellt. (Dabei sei kurz angemerkt, dass eine untrainierte Person unter diesen Bedingungen in der Regel an Unterkühlung sterben würde): Die Körpertemperatur von Hof hatte sich in der ganzen Zeit fast nicht verändert. Durch seine Methode hatte er willentlich sein autonomes Nervensystem und sein Herz-Kreislauf-System beeinflusst 1. Bislang ist man davon ausgegangen, dass so etwas unmöglich sei. Deshalb heißt das autonome Nervensystem ja auch so und nicht anders. Diese Praxis ist demnach eine wissenschaftliche Sensation – die Schulbücher müssen nun neu geschrieben werden. 2

KANN NUR WIM HOF DAS IMMUNSYSTEM BEEINFLUSSEN UND STÄRKEN?

2011 ließ sich Wim Hof freiwillig unter ärztlicher Aufsicht von Prof. Dr. Peter Pickkers an der Radboud University in Nijmegen / Holland E coli Endotoxin spritzen. Das Verabreichen dieser Substanz lässt den Körper glauben, er würde angegriffen werden, was normalerweise relativ rasch und für einige Stunden grippeartige Symptome wie Fieber, Übelkeit, Schüttelfrost und starke Kopf- und oder Muskelschmerzen hervorruft. Hof hatte lediglich leichte Kopfschmerzen und konnte damit beweisen, dass er willentlich die Reaktion auf die Bakterien und damit sein Immunsystem beeinflussen kann.

Die Forscher konnten bei ihm im Vergleich zu anderen Versuchsteilnehmern eine erhöhte Ausschüttung des Stresshormons Cortisol feststellen, welches durch eine gesteigerte Aktivität des sympathischen Nervensystems (Sympathikus = versetzt den Körper in erhöhte Leistungsbereitschaft) ausgeschüttet wird und die Immunreaktion dämpft. Entsprechend war auch das Niveau der in Hof’s Blut festgestellten Entzündungsmediatoren viel geringer. Seine Immunantwort war 50 Prozent geringer als die der anderen Probanden. Zudem konnten fast keine Grippesymptome beobachtet werden – und das alles nur durch „ein bisschen Atmen und ein wenig Meditieren“ (Ironie). 3 4

NEIN, JEDERMANN KANN DAS IMMUNSYSTEM BEEINFLUSSEN UND STÄRKEN!

Hof wollte aber nicht, dass er als Ausnahme angesehen wird. Vielmehr wollte er zeigen, dass jedermann ein solches Ergebnis erzielen könnte. Deshalb wurde das Experiment 2013 wiederholt. Wim Hof trainierte dafür 12 freiwillige Holländer 10 Tage lang. Sie trainierten die Atemtechnik und die Dritte-Auge-Meditation. Ferner setzten sie sich graduell immer länger der Kälte aus. Als Sie wieder zurück in Holland waren, bekamen diese 12 Testpersonen sowie 12 untrainierte Teilnehmer (Kontrollgruppe) die gleiche Dosis E coli Endotoxin gespritzt. Das Ergebnis war das gleiche wie bei Wim Hof! Es hat sich damit gezeigt, dass ganz „normale“ Menschen innerhalb kürzester Zeit in der Lage sind, ihr eigenes Immunsystem zu steuern! Die Wim Hof Methode könnte damit überdies ein neuer Behandlungsansatz für entzündliche Krankheiten wie z. B. Autoimmunerkrankungen darstellen. 5

Become strong, happy and healthy. (Mantra von Wim Hof) Klick um zu Tweeten

WIM HOF METHODE MOBILISIERT ENERGIERESERVEN

In der letztgenannten Studie wurde überdies festgestellt, dass der Adrenalin- bzw. Epinephrinausstoß bei den Testpersonen während der Atemübung selbst im Bett liegend ein höheres Level erreichte, als er bei Bungee-Jumpern gemessen wurde. Adrenalin wirkt aktivierend und sorgt u. a. für eine schnelle Energiebereitstellung durch Fettabbau. Außerdem aktiviert Adrenalin das Herz-Kreislauf-System. 6

WIM HOF METHODE ERHÖHT PH-WERT DES BLUTES UND MACHT BASISCH

In der Studie, in der Freiwillige die Wim Hof Methode angewendet und die gleichen Ergebnisse erzielt hatten, konnten Forscher ebenso feststellen, dass die Probanden durch die Atemtechnik den pH-Wert ihres Blutes temporär bis zum Wert von 7,75 erhöht hatten! Der Normbereich liegt bei 7,35 bis 7,45. 7

KÄLTETHERAPIE KANN DEPRESSION ENTGEGENWIRKEN

Ein weiterer interessanter Aspekt der körperlichen Reaktion auf Kälte ist, dass er dabei stoßartig das Hormon Noradrenalin (Norepinephrin) in Mäusen8 und Menschen9 erhöht. Diese „Antwort“ wird durch das sympathische Nervensystem vermittelt, dessen Hauptzweck darin besteht, den Kampf-oder-Flucht-Reflex des Körpers zu stimulieren.

Das ist insofern spannend, weil in einer anderen Studie gezeigt wurde, dass bei Depression immer ein niedriges Level an Noradrenalin vorherrscht bzw. eine Anhebung des Noradrenalin-Wertes die Symptome verringert.10 Eine erhöhte Ausschüttung von Noradrenalin geht einher mit erhöhtem Fokus und verbesserter Aufmerksamkeit.

Es lindert Schmerz, z. T. weil es Entzündungen verringert. Norepinephrin wirkt aber auch als Hormon: Wenn es in den Blutkreislauf freigesetzt wird, erhöht es die sogenannte Vasokonstriktion (von lat. vas ‚Gefäß‘ und constringere ‚zusammenschnüren‘; ist der medizinische Fachbegriff für Gefäßverengung). Sie hilft natürlich bei der Erklärung, warum Norepinephrin bei unserer Reaktion auf Kälte eine wichtige Rolle spielt: Durch die Erhöhung der Vasokonstriktion verringern wir die Gesamtfläche, mit der das Blut in der Lage ist, die Hitze an die Umwelt zu verlieren.

Ich bei einem meiner Eisbäder im Winter 2016:

WIE KALT SOLLTE ES SEIN, DAMIT DIESE WIRKUNG ENTSTEHT?

Es scheint alles dafür zu sprechen, dass es eine Temperaturschwelle für die Aktivierung des sympathischen Nervensystems gibt. So zum Beispiel scheint ein einstündiges Kaltwasser-Bad bei 20° C (68° F) keine Norepinephrin-Freisetzung zu aktivieren, während 1 Stunde bei 14° C (57° F) die Norepinephrin-Freisetzung um 530% und die Dopamin-Ausschüttung um 250% erhöht.11 Meiner Auffassung nach ist Dopamin ja eine sehr gute Ergänzung zu Norepinephrine.

Um eine starke Freisetzung von Norepinephrin hervorzurufen, muss man sich jedoch nicht sehr lange der Kälte aussetzen. Eine Langzeitstudie12 beim Menschen verglich Personen, die 20 Sekunden lang in kaltem Wasser bei 4,4° C (40° F) badeten, mit solchen, die dreimal pro Woche eine zweiminütige Ganzkörper-Kryotherapie bei -110°C (-166°F) durchgeführt haben. Dabei hat man festgestellt, dass in beiden Fällen das Plasma-Norepinephrin in gleichem Maß 2 bis 3-fach (200 bis 300%) erhöht war. Es zeigte sich hierbei auch, dass sich die Freisetzung von Norepinephrin durch die Gewöhnung an die Kälte nicht verminderte.

DIE ROLLE DES KÄLTSCHOCKPROTEINS

Vieles von dem, was wir heute über die physiologischen Reaktionen auf Kälte wissen, kommt aus der Forschung mit Säugetieren, die einen Winterschlaf machen. Der Winterschlaf geht mit einer tiefgreifenden metabolischen Verschiebung einher. Diese wird von der grundlegenden biologischen Notwendigkeit getragen, im Winter bestmöglich Energie zu sparen.

Wenn der Körper runtergekühlt wird, werden gleichzeitig viele Gene abgeschaltet. Die Ausnahme bilden solche Gene, die am Lipidstoffwechsel (Fettverbrennung) beteiligt sind, und solche, die man als Kälteschockproteine bezeichnet. Beim Kontakt mit Kälte wird der Ausdruck dieser beiden Kategorien von Genen erhöht und es entstehen mehr Kälteschockproteine.

Ein Kälteschockprotein, welches als RNA-Bindungsmotiv 3 (RBM3) bekannt ist, spielt im Sinne unserer Diskussion eine besonders interessante Rolle. RBM3 kann in Gehirn, Herz, Leber und Skelettmuskeln gefunden werden und es erhöht schon bei geringem Kältekontakt seine Aktivität stark.13

KÄLTE & GEHIRN: DIE REAKTIVIERUNG VON SYNAPSEN, DIE BEREITS AM RANDE DES ABGRUNDS STANDEN

Synapsen sind neuronale Verknüpfungen, über die Nervenzellen in Kontakt zu anderen Zellen – wie z. B. Sinneszellen, Muskelzellen, Drüsenzellen oder anderen Nervenzellen – stehen. Sie bilden das Fundament der nervlichen Kommunikation und sind damit maßgeblich an der Entstehung von Erinnerungen beteiligt.

Synaptische Verbindungen lösen sich allerdings unter Kälteeinfluss auf. Dieses interessante Phänomen wurde zuerst bei Studien mit überwinternden Säugetieren beobachtet. Wenn die Tiere ihre Körpertemperatur aber wieder angehoben hatten, dann regenerierten auch die Synapsen fast zu 100 Prozent! Das ist eine unglaubliche Leistung. Das Beste ist, dass dieser Effekt nicht nur auf überwinternde Tiere beschränkt ist! Er zeigte sich auch schon bei Labormäusen, welche ja keinen Winterschlaf halten.

KÄLTE REGENERIERT SYNAPSEN FAST ZU 100 PROZENT

Bei Mäusen, die mittels pharmakologischer Einflüsse sowie durch einen 45-minütigen Aufenthalt in einer 5° C (45° F) kalten Umgebung abgekühlt wurden, konnte ein Verlust an Synapsen im Hippocampus von 26% festgestellt werden. Der Hippocampus ist der Teil des Gehirns, der für Lernen und Gedächtnis verantwortlich ist. Sobald sich diese Mäuse jedoch wieder aufgewärmt hatten, konnten sie rund 93% der Synapsen, die durch die Kälte verloren gegangen waren, wieder regenerieren.14

Aber jetzt kommt die spannende Nachricht: Der Mechanismus, durch den die verlorenen Synapsen regenerieren, ist von der Steigerung der Aktivität von RBM3 – dem Kälteschockprotein – abhängig. Zufälligerweise haben wir Menschen dieses auch!

RBM3 stellt eine wesentliche Voraussetzung für die Wiederherstellung der Synapsen dar.  Dieses Kälteschockprotein spielt eine zentrale Rolle bei der Anbindung an die RNA, um die Proteinsynthese an den Dendriten zu erhöhen, welche wiederum Bestandteil der Neuronen sind, die mit den Synapsen kommunizieren. Und genau das ermöglicht es dem Kälteschockprotein RBM3, die beschädigten Neuronen zu regenerieren.

Ich bin nichts Besonderes. Was ich kann, kann jeder. (WIM HOF) Klick um zu Tweeten

ZWEI KÄLTEANWENDUNGEN IN ZWEI WOCHEN ERHÖHEN DEN SCHUTZ FÜR ACHT WOCHEN

Nach dem vorgenannten Protokoll reichte ein einmaliger, 45-minütiger Kontakt mit Kälte bei 5° C (41° F) aus, um RBM3 im Gehirn von Mäusen für 3 Tage zu erhöhen. Wenn diese Prozedur jedoch einmal wöchentlich für zwei Wochen in Folge wiederholt wurde, dann hatte sich dadurch nicht nur der Ausdruck von RBM3 nachhaltig erhöht, und zwar nicht nur für diese zwei Wochen, sondern für weitere 6 Wochen im Anschluß!15

Was wäre, wenn sich Synapsen nicht nur von Beschädigungen durch Kälte auf die gleiche Weise erholen könnten? Hier könnte es richtig spannend werden!

In einem Experiment konnte beispielsweise schon gezeigt werden, dass eine RBM3-Überexpression, welche durch den Kontakt mit Kälte herbeigeführt wurde, bei Mäusen mit Alzheimer zu einem anhaltenden synaptischen Schutz geführt, nachhaltig Verhaltensdefizite verhindert und eine signifikante Verlängerung des Lebens bewirkt hatte.16 Offensichtlich gibt es hier einige neuartige und sehr interessante Mechanismen. Und die Möglichkeit, Synapsen durch regelmäßige Kälteanwendungen effektiv zu schützen, könnte enorme Auswirkungen auf die Alzheimer-Krankheit, andere neurodegenerative Erkrankungen sowie die Hirnalterung im Allgemeinen haben. Wir dürfen also schon jetzt gespannt sein.

Sprechen wir kurz über die Relevanz von Kälteschockproteinen für den Menschen: Diese ganze RBM3-Sache ist sehr neue Forschung und wir wissen nicht, ob dieser Effekt in gleicher Weise auch beim Menschen auftreten würde. Davon mal abgesehen muss man sich in diesem Zusammenhang zudem fragen, wie sehr die Körpertemperatur gesenkt werden muss, um RMB3 zu aktivieren.

DAS ABSENKEN DER KÖRPERTEMPERATUR UM 1° C BRINGT SCHON DEN GEWÜNSCHTEN EFFEKT

Neuesten Forschungsergebnissen zufolge scheint bereits eine Reduktion der Körpertemperatur um 1° C Kälteschockproteine (inkl. RBM3) in menschlichen Astrozyten (eine Art Hirnzelle) hervorzurufen. Die gleichzeitige Zugabe bzw. Erhöhung von Melatonin kann den Effekt von RBM3 sogar noch verstärken.17

Und ich denke, dass es ein erreichbares Ziel ist, die Körpertemperatur für eine kurze Zeit um 1° C auf 36° C abzusenken, was – by the way – per Definition schon eine milde Hypothermie (Unterkühlung) darstellt (Hypothermie beginnt bei 36° C).

Beispielsweise konnten in einer Studie junge Männer, die sich für eine Stunde in „kaltem“ Wasser von 20° C aufhielten, ihre Rektaltemperatur auf 36,1° C absenken. Blieben sie hingegen für eine Stunde in 14° C „kaltem“ Wasser, so konnten sie damit ihre Temperatur sogar auf 35.6°C absenken! Dies zeigt, wie einfach man diesen leichten „Kälteschock“ herbeiführen kann.18

DIE AUSWIRKUNGEN DER KÄLTE AUF ENTZÜNDUNGEN UND IMMUNFUNKTION

Der Zweck einer Entzündung ist, die Ursache einer Zellbeschädigung zu beseitigen, tote Zellen und verbrauchtes Gewebe zu eliminieren sowie die Gewebereparatur zu initiieren. Wenn dabei aber was schiefgeht bzw. dieser Prozess abläuft, ohne dass es überhaupt eine biologische Bedrohung gibt, dann habe wir ein größeres Problem.

Seit geraumer Zeit wir von niemandem mehr bezweifelt, dass Entzündungen der Schlüsselfaktor für den Alterungsprozess darstellen.19 Alle großen Zivilisations- und „altersbedingten“ Krankheiten gehen mit Entzündungsprozessen einher (auf diesen Zusammenhang gehe ich detailliert in diesem kostenlosen Webinar ein).

Eine aktuelle Studie untersuchte eine Vielzahl von Biomarkern in alten Menschen (Alter 85-99), Hundertjährigen (100), Semisuper-Hundertjährigen (105+) und Super-Hundertjährigen (110+). Dabei stellte man fest, dass über alle genannten Altersgruppen hinweg ein niedriger Entzündungswert gegeben war und mit einer überdurchschnittlichen Überlebensfähigkeit sowie überdurchschnittlichen kognitiven Fähigkeiten korreliert ist.

Kälteanwendungen wirken Entzündungen entgegen. Klick um zu Tweeten

DURCH KÄLTE INDUZIERTES NOREPINEPHRIN REDUZIERT ENTZÜNDUNGEN

Früher haben sich die Wissenschafler mit Norepinephrin vor allem wegen seiner Rolle als Neurotransmitter beschäftigt. Aber wenn Studien zeigen, dass Norepinephrine durch die Einwirkung von Kälte um den Faktor 5 gesteigert werden kann (!!!), dann lohnt es sich, auch mal diesen Aspekt etwas mehr unter die Lupe zu nehmen.

Eine der Rollen, die Norepinephrin ebenfalls bravourös beherrscht, ist die bei der Reduzierung von Entzündungen. Norepinephrin hemmt den Entzündungsverlauf, indem es den Tumornekrosefaktor Alpha (TNF-Alpha) verringert.20 TNF-Alpha ist ein multifunktionaler Signalstoff (Zytokin) des Immunsystems, welcher bei lokalen und systemischen Entzündungen beteiligt ist. Es ist ein sehr kraftvolles Molekül, das die Entzündung verstärkt.

Ein Überschuss des entzündlichen Zytokins TNF-Alpha kann bei fast jeder menschlichen Krankheit – von Typ-2-Diabetes über entzündliche Darmerkrankungen bis hin zu Krebs – gefunden werden. Um es simpel zu machen: Zu viel von diesem Zeug ist einfach schlecht. Wenn TNF-Alpha bei fast jeder menschlichen Krankheit im Übermaß vorhanden ist, es aber durch Kälteeinwirkung deutlich reduziert werden kann, dann müssen Kälteanwendungen logischerweise den Verlauf von vielen Krankheiten positiv beeinflussen!

Zusätzlich zur Reduktion von TNF-Alpha konnte durch Studien ebenfalls gezeigt werden, dass  Norepinephrin andere bösartige Chemikalien wie zum Beispiel das Makrophagen-Entzündungsprotein-1-alpha (MIP-1α), das durch Immunzellen produziert wird, verringern sowie eine Rolle bei rheumatoider Arthritis spielen kann.21

KÄLTE WIRKT ARTHRITIS ENTGEGEN UND LINDERT SCHMERZEN

Die Verringerung einer systemischen Entzündung ist eindeutig etwas Positives. Möglich ist das bei Arthritis – wenn man Kälteanwendungen praktiziert. In einer randomisierten und kontrollierten Studie wurden Patienten mit Arthritis dreimal innerhalb einer Woche für je 23 Minuten einer Ganzkörper-Kryotherapie bei -110° C (-166° F)  ausgesetzt. Die Patienten berichteten von einer signifikanten Reduktion ihrer Schmerzen.22

Interessanterweise wurde in einer anderen Studie eine lokale Kryotherapie angewendet – also nur das betroffene Gewebe gekühlt. Hier konnte die schädliche Kollagenase-Aktivität auf Kollagen unterbunden23 sowie die Produktion von entzündlichem Prostaglandin E2 reduziert werden.24

Einige der schmerzlindernden Auswirkungen der Kälteanwendungen kann in der Tat auf eine erhöhte Norepinephrin-Ausschüttung zurückgeführt werden. So konnte beispielsweise in Studien gezeigt werden, dass mittels einer Wirbelsäuleninjektion herbeigeführten Freisetzung von Norepinephrin Schmerzen bei Tieren25 und Menschen26 gelindert werden konnten.

KÄLTE BEI GEHIRNENTZÜNDUNG UND DEPRESSION

Lasst uns noch kurz über Gehirnentzündung und Gemütsverfassung reden. Proinflammatorische Moleküle (wie TNF-Alpha und Prostaglandin E2) können die Blut-Gehirn-Schranke überwinden und die Immunzellen des Gehirns aktivieren, die als Mikroglia bekannt sind. Das ist schlecht.

Es scheint sehr wahrscheinlich zu sein, dass Eisbäder oder Ganzkörper-Kryotherapie, welche das Norepinephrin erhöhen, prinzipiell eine gute präventive Maßnahme sein können, weil sie Entzüdungen verringern und somit dem Alterungsprozess – vor allem dem des Gehirns – entgegenwirken.

Auch scheint es eine Tatsache zu sein, dass entzündliche Moleküle einen Beitrag zu Depression und Ängsten leisten, indem sie die Freisetzung von Serotonin aus Neuronen hemmen.27 Es liegt somit nahe, dass Kälteanwendungen auch hier ggf. eine Besserung der Situation herbeiführen können.

KÄLTE UND DAS IMMUNSYSTEM

All das Gerede über Kälteanwendungen (z. B. mittels Eisbäder oder Kryotherapie) und die daraus resultierende Reduktion von Entzündungen könnte manche Menschen eventuell verleiten zu denken, dass es u. U. besser sei, weniger Immunzellen zu haben, da sie ja so viel Chaos anrichten können. Doch dem ist nicht so.

Im Allgemeinen ist eine große Anzahl von Immunzellen eine gute Sache – solange sie nicht unnötig aktiv sind. Ich erwähnte bereits, dass Entzündungen als ein wichtiger Treiber des Alterungsprozesses identifiziert werden konnten. Gleichzeitig möchte ich darauf hinweisen, dass auch das Immunsystem eine solch wichtige Rolle im Alterungsprozess spielt.

Das Altern wird in der Regel durch die sogenannte Immunoseneszenz – die langsame Verschlechterung des Immunsystems im Alter – begleitet. Sie geht mit einer allgemeinen Reduktion der Immunzellen einher. Wer also lange lebt und es schafft, ein Super-Hundertjähriger (110+) zu werden, der benötigt dazu einen gesunden biologischen Bestand an Immunzellen.28 Aber nicht nur das: Für ein derart langes Leben werden viele unterschiedliche Arten von Immunzellen benötigt. Zudem müssen diese sich schön ruhig verhalten – es sei denn, es gibt einen berechtigten Grund dafür, aktiv zu sein.

WIE BEEINFLUSST KÄLTE DEN BESTAND DER IMMUNZELLEN?

Also, wie beeinflusst die Kälte den Bestand unserer Immunzellen? Nun, es scheint so zu sein, als dass Kälte ihn erhöht – zumindest den Bestand bestimmter Immunzellen. So zum Beispiel konnte bereits nachgewiesen werden, dass Kaltwasserbäder, die über einen Zeitraum von 6 Wochen und 3 mal pro Woche von gesunden Männern praktiziert wurden, die Lymphozytenzahlen erhöht haben.29

Dies deckt sich mit der Tatsache, dass gewohnheitsmäßige Winterschwimmer eine höhere Anzahl von weißen Blutkörperchen im Vergleich zu solchen Menschen haben, die eher selten im Winter draußen schwimmen gehen.30

Zudem konnte eine weitere Studie zeigen, dass die Kälteexposition in einer Klimakammer bei 5° C (41° F) die Anzahl der weißen Blutkörperchen einschließlich zytotoxischer T-Lymphozyten erhöht, welche auf das Abtöten von Krebszellen spezialisiert sind.31

Männer, die sich für 30 Minuten in einem 4° C kalten Raum aufhalten, verringern ihre Kernkörpertemperatur um etwa 0,45° C und erhöhen dabei die Anzahl und die Aktivität der natürlichen T-Killerzellen. Natürliche T-Killerzellen sind eine weitere Art von Immunzellen, die auf das Abtöten von Viren und Tumorzellen spezialisiert sind.32

All das kann eventuell dazu beitragen, die oft in der Gemeinde der Winterschwimmer geteilten Anekdote den Rücken zu stärken, dass sie weniger häufig von Erkältungen und Grippe heimgesucht werden.

Tatsächlich konnte beispielsweise schon in epidemiologischen Studien gezeigt werden, dass Winterschwimmen mit einer um 40% verminderten Wahrscheinlichkeit einhergeht, an einer Atemwegsinfektionen zu erkranken. Doch es muss noch eine Menge Arbeit geleistet werden, damit wir irgendwann noch viel besser verstehen können, wie die langfristigen Auswirkungen einer kontinuierlichen Kältetherapie auf Immunzellenzahlen und Immunfunktionen sind.33

Regelmäßige Kälteanwendungen sind mega gesund: sie reduzieren das Erkältungs- und Gripperisiko… Klick um zu Tweeten

WARNUNG

Praktiziere die Wim Hof Methode oder ähnliche Atemübungen nicht kurz vor oder während irgendwelchen Aktivitäten, bei denen sich eine Veränderung des Bewusstsein oder Bewusstlosigkeit lebensbedrohlich auswirken kann – also z. B. beim Autofahren, beim Schwimmen oder beim Tauchen. Die Wim Hof Methode oder ähnliche Atemübungen können starke Effekte haben und sollten deshalb immer in einer sicheren Umgebung und in Anwesenheit einer weiteren Person praktiziert werden. Wer Atemübungen wie die Wim Hof Methode erstmalig praktiziert, sollte dies nur unter Anleitung eines erfahrenen Begleiters, z. B. eines Yoga Lehrers, tun. Die Kältetherapie sollte grundsätzlich immer den eigenen Fähigkeiten entsprechend sein. Der Kontakt mit der Kälte muss trainiert werden und sollte nur Zug um Zug ausgeweitet werden. Bei Missachtung besteht die Gefahr der Unterkühlung (Hypothermie). Sprich immer zuerst mit Deinem Arzt, bevor Du ein solches Trainingsprogramm beginnst. Grundsätzlich solltest Du beim Trainieren nie etwas forcieren. Achte genau auf eventuelle Signale Deines Körpers: er weiß immer genau, was angemessen ist.

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  1. Ergänzende Information zum autonomen Nervensystem: Normalerweise steuert das autonome Nervensystem ganz automatisch die Atmung, die Verdauung, den Herzschlag, die Ausdehnung und das Zusammenziehen der Blutgefäße sowie die sexuelle Erregung. Es ist außerdem die primäre Instanz zur Regulierung der 3 Hauptverteidigungsstrategien Kampf, Flucht und Erstarrung
  2. Vgl. Groothuis, Jan et al.: Can meditation influence the autonomic nervous system? A case report of a man immersed in crushed ice for 80 minutes. Radboud University Nijmegen, The Netherlands, PDF
  3. Vgl. Radboud University Nijmegen Medical Centre: Research on ‚Iceman‘ Wim Hof suggests it may be possible to influence autonomic nervous system and immune response. ScienceDaily. ScienceDaily, 22 April 2011, www.sciencedaily.com/releases/2011/04/110422090203.htm
  4. Vgl. Kox, Matthijs et al.: The influence of concentration/meditation on autonomic nervous system activity and the innate immune response: a case study. Psychosom Med. 2012 Jun;74(5):489-94; http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22685240; Ganzer Text: PDF
  5. Vgl. Kox, Matthijs et al.: Voluntary activation of the sympathetic nervous system and attenuation of the innate immune response in humans. PNAS May 20, 2014 vol. 111 no. 20 7379-7384, http://www.pnas.org/content/111/20/7379.full
  6. Ebenda
  7. Ebenda
  8. Vgl. Jedema, H. P., Gold, S. J., Gonzalez-Burgos, G., Sved, A. F., Tobe, B. J., Wensel, T. G., & Grace, A. A. (2008). Chronic cold exposure increases RGS7 expression and decreases α2-autoreceptor-mediated inhibition of noradrenergic locus coeruleus neurons. The European Journal of Neuroscience, 27(9), 2433–2443; http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2879008/
  9. Vgl. Šrámek, P. et al.: Human physiological responses to immersion into water of different temperatures. European Journal of Applied Physiology, , Volume 81, Issue 5, pp 436–442. http://link.springer.com/article/10.1007/s004210050065
  10. Vgl. Moret, C., & Briley, M. (2011). The importance of norepinephrine in depression. Neuropsychiatric Disease and Treatment, 7(Suppl 1), 9–13; http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3131098/
  11. Vgl. Šrámek, P. et al.: Human physiological responses to immersion into water of different temperatures. European Journal of Applied Physiology, , Volume 81, Issue 5, pp 436–442. http://link.springer.com/article/10.1007/s004210050065
  12. Vgl. Scandinavian Journal of Clinical and Laboratory Investigation Vol. 68 , Iss. 2,2008; http://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/00365510701516350
  13. Vgl. Williams, Daryl R. et al.: Seasonally hibernating phenotype assessed through transcript screening.
  14. Vgl. Peretti, Diego et al.: RBM3 Mediates Structural Plasticity and Protective Effects of Cooling in Neurodegeneration. Nature 518.7538 (2015): 236–239. PMC. Web. 10 Mar. 2017; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4338605/
  15. Ebenda; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25607368
  16. Ebenda; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25607368
  17. Vgl. Jackson, T.C. et al.: Cold stress protein RBM3 responds to temperature change in an ultra-sensitive manner in young neurons. Neuroscience, Volume 305, 1 October 2015, Pages 268–278; http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0306452215007356
  18. Vgl. Šrámek, P. et al.: Human physiological responses to immersion into water of different temperatures. European Journal of Applied Physiology, , Volume 81, Issue 5, pp 436–442. http://link.springer.com/article/10.1007/s004210050065
  19. Vgl. Arai, Yasumichi et al.: Inflammation, But Not Telomere Length, Predicts Successful Ageing at Extreme Old Age: A Longitudinal Study of Semi-supercentenarians. EBioMedicine, Volume 2, Issue 10, October 2015, Pages 1316-1317; http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2352396415300815
  20. Vgl. Hu XX, Goldmuntz EA, Brosnan CF: The effect of norepinephrine on endotoxin-mediated macrophage activation. J Neuroimmunol. 1991 Jan;31(1):35-42; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1845768
  21. Vgl. Haskó, G., Shanley, T. P., Egnaczyk, G., Németh, Z. H., Salzman, A. L., Vizi, E. S. and Szabó, C. (1998): Exogenous and endogenous catecholamines inhibit the production of macrophage inflammatory protein (MIP) 1α via a β adrenoceptor mediated mechanism. British Journal of Pharmacology, 125: 1297–1303; http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1038/sj.bjp.0702179/full
  22. Vgl. Hirvonen, H. E. et al.: Effectiveness of different cryotherapies on pain and disease activity in active rheumatoid arthritis. A randomised single blinded controlled trial. Clin Exp Rheumatol. 2006 May-Jun;24(3):295-301; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16870097
  23. Vgl. Harris, Edward D. et al.: The Influence of Temperature and Fibril Stability on Degradation of Cartilage Collagen by Rheumatoid Synovial Collagenase. N Engl J Med 1974; 290:1-6; http://www.nejm.org/doi/pdf/10.1056/NEJM197401032900101
  24. Vgl. Banfi, Giuseppe et al.: Effects of whole-body cryotherapy on serum mediators of inflammation and serum muscle enzymes in athletes. Journal of Thermal Biology Volume 34, Issue 2, February 2009, Pages 55–59; http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S030645650800106X
  25. Vgl. Pertovaara A., Kalmari J.: Comparison of the visceral antinociceptive effects of spinally administered MPV-2426 (fadolmidine) and clonidine in the rat. Anesthesiology. 2003 Jan;98(1):189-94; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12502996
  26. Vgl. Gordh T Jr.: Epidural clonidine for treatment of postoperative pain after thoracotomy. A double-blind placebo-controlled study. Acta Anaesthesiol Scand. 1988 Nov;32(8):702-9; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3063048
  27. Vgl. Patrick, Rhonda et al.: Vitamin D and the omega-3 fatty acids control serotonin synthesis and action, part 2: relevance for ADHD, bipolar disorder, schizophrenia, and impulsive behavior. FASEB J. 2015 Jun;29(6):2207-22. doi: 10.1096/fj.14-268342. Epub 2015 Feb 24; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25713056
  28. Vgl. Arai, Yasumichi et al.: Inflammation, But Not Telomere Length, Predicts Successful Ageing at Extreme Old Age: A Longitudinal Study of Semi-supercentenarians. EBioMedicine, Volume 2, Issue 10, October 2015, Pages 1549–1558; http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2352396415300815
  29. Vgl. Janský, L. et al.: Immune system of cold-exposed and cold-adapted humans. Eur J Appl Physiol Occup Physiol. 1996;72(5-6):445-50; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8925815
  30. Vgl. Dugué, B. et al.: Adaptation related to cytokines in man: effects of regular swimming in ice-cold water. Clin Physiol. 2000 Mar;20(2):114-21; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10735978
  31. Vgl. Brenner, I. K. M. et al.: Immune changes in humans during cold exposure: effects of prior heating and exercise. ; http://jap.physiology.org/content/87/2/699
  32. Vgl. Lackovic, V. et al.: Activation of NK cells in subjects exposed to mild hyper- or hypothermic load. J Interferon Res. 1988 Jun;8(3):393-402; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2457640
  33. Vgl. Kolettis, T.M.: Winter swimming: healthy or hazardous?: Evidence and hypotheses. Medical Hypotheses, Volume 61, Issues 5–6, November–December 2003, Pages 654–656; http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0306987703002706
Von | 2017-07-26T18:42:41+00:00 23. November 2016|

Was ist der Unterschied zwischen Saft und Smoothie?

 

Kaum etwas wird so oft verwechselt wie Saft und Smoothie. Deshalb erkläre ich in diesem Beitrag den Unterschied zwischen diesen beiden Getränken.

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FRAGE DICH: WAS SOLL ERREICHT WERDEN?

Sowohl der Saft als auch der Smoothie hat seinen berechtigten Platz. Jedes Getränk hat seine Vor- und Nachteile. Frag Dich bei Deiner Auswahl einfach, welcher Zweck erfüllt werden soll: Möchtest Du vor allem satt werden und eine Mahlzeit ersetzen, dann ist der Smoothie die bessere Wahl. Willst Du Deinen Körper effektiv entgiften, ihn mit Nährstoffen fluten und basisch machen, dann ist der Saft das Mittel der Wahl, da man nie so viele Vitalstoffe über feste Nahrung und Smoothies zu sich nehmen kann, wie das z. B. bei einer Saftkur möglich ist (wo man 2 bis 3 Liter frisch gepressten Saft am Tag trinkt, was nach der o. g. Fausformel 3,2 bis 4,8 kg Obst und Gemüse entspricht).

 

STUDIE: SAFT HAT BIS ZU ZWEI MAL MEHR NÄHRSTOFFE ALS SMOOTHIE

Das Australian Government National Measurement Institute hat im Dezember 2013 im Auftrag der Firma Breville eine Studie durchgeführt, bei welcher man die Nährwerte von einem grünen Saft und einem grünen Smoothie verglichen hat.

Dafür bildete man zwei identische Portionen mit gemischtem Obst und Gemüse (50 g Grünkohl, 150 g Orange, 60 g Sellerie, 100 g Karotten und 100 g Apfel). Die erste Portion verarbeitete man mit einem Zentrifugenentsafter zu Saft, die zweite Portion mit einem Hochleistungsmixer zu einem Smoothie.

Das Ergebnis war eindeutig: Der Grüne Saft hatte bis zu 2 Mal mehr Nährstoffe als der Smoothie. Der Grüne Saft, welcher von dem Breville BJE410 Juicer entsaftet wurde, hatte 142 % mehr Vitamin C, 73 % mehr Alpha-Carotin, 109 % mehr Beta-Carotin und 54 % mehr Kalium als der Grüne Smoothie, bei dem die gleiche Menge an Obst und Gemüse mittels eines Mixers (Vitamix 5200) für 60 Sekunden püriert wurde. Hier geht`s zur Studie.

 

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Von | 2017-05-23T15:52:50+00:00 21. Oktober 2016|

WARUM DETOX? WARUM REBOOT? WARUM ENTGIFTUNG?

 

Die Hollywoodstars Gwyneth Paltrow und Selma Hayek schwören auf regelmäßige Entgiftungskuren und in New York und Los Angeles gibt es sie mittlerweile an jeder Straßenecke zu kaufen: GRÜNE DETOX-SÄFTE. Doch warum sollte man sich überhaupt mit Detox – also einer Entgiftung – beschäftigen? Warum brauchen Menschen heute mehr denn je einen Reboot, sprich einen Neustart des Systems?

DETOX GEWINN IM KURZÜBERBLICK

Das erreichst Du durch Detox:

  • Straffe Figur. Man sieht nicht mehr so aufgedunsen aus.
  • Gute Laune. Der Körper schüttet mehr von den Glücksbotenstoffen Serotonin und Endorphine aus.
  • Stressresistenz. Die altgewohnte Nervenstärke kehrt zurück.
  • Schöne Haut. Die gute Durchblutung verjüngt sichtbar.
  • Mehr Energie. Eine überforderte Leber macht müde, Detoxen weckt auf.
  • Endlich abnehmen. Entgiften entlastet die Entgiftungsorgane und macht Abnehmen oft erst möglich.
  • Bessere Gesundheit. Detoxen stärkt das Immunsystem und minimiert Schmerzen wie Rheuma, Migräne, Arthrose, Reizdarm
  • Optimale Verdauung. Endlich ist die Darmflora wieder in Ordnung – das macht schlank, fröhlich und gesund.
  • Bessere Blutwerte. Entzündungswerte, Blutzucker und Blutfette sinken, das drosselt das Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Heißhungerattacken können mit der Zeit verschwinden.

 

Folgende tiefere Gründe sprechen für eine regelmäßige Detox Kur:

1. KAUM JEMAND STIRBT HEUTE AN ALTERSSCHWÄCHE – ES GIBT KEINEN LOGISCHEN GRUND, WARUM WIR NICHT DOPPELT SO LANGE LEBEN

Man muss die nackte Tatsache einfach einmal einwirken lassen, dass heute 86 Prozent aller Todesfälle in Europa auf das Konto der sogenannten Zivilisationskrankheiten geht und kaum noch jemand an Altersschwäche stirbt. Das ist insofern mehr als merkwürdig, als sich der menschliche Körper alle 7 Jahre komplett erneuert und dieser Rundum-Erneuerungs-Prozess bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 81 Jahren

1 mehr als 11 mal vollzieht! Er vollzieht sich nicht 1 oder 2 Mal in dieser Zeit sondern 11 Mal. Was spricht da also vom Prinzip und der Logik her dagegen, dass sich dieser Prozess nicht auch 20, 30 oder 40 mal vollzieht?

Zu den Todesfällen sagt Günther Leiner, Präsident des European Health Forum Gastein: „Nichtübertragbare Krankheiten sind heute die zentrale Bedrohung der Gesundheit der Menschen und belasten die Gesundheitssysteme. Herz-Kreislauf- Erkrankungen, chronische Atemwegs-Erkrankungen, Diabetes und Krebs machen in den 53 Ländern der WHO-Region Europa 77 Prozent der Krankheitslast aus und sind die Ursache für 86 Prozent aller Todesfälle.“

Der vorgenannte Umstand ist zudem besonders irritierend, als die meisten von diesen Erkrankungen vermeidbar wären, wenn man den sogenannten Risikofaktoren „ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel, Alkoholmisbrauch und Tabakkonsum etc.“ und der damit einhergehenden Übersäuerung angemessen entgegentreten würde.2 Den Gegenpol dazu stellt beispielsweise Normen W. Walker dar. Er war einer der bedeutendsten Gesundheitsärzte und Ernährungsforscher in den USA. Der Autor hat Bestseller wie z. B. „Frische Frucht- und Gemüsesäfte – Vitalstoffreiche Drinks für Fitness und Gesundheit“ geschrieben und den Rolls Royce der Entsafter für den Hausgebrauch entwickelt – den hydraulischen Norwalk Juicer. Walker ernährte sich überwiegend von Rohkost sowie Obst- und Gemüsesäften. Damit wurde er 116 Jahre alt.3

 

2. WIR LEIDEN UNTER FEHLERNÄHRUNG

Die Bestandteile unserer Nahrung und die Essgewohnheiten sind nicht wirklich in Hinblick auf ein langes Leben „optimiert“: Wir essen unbewusst, zu hastig und vor allem zu viel vom Falschen. Das kannst Du ja einmal an Deinen eigenen Essgewohnheiten überprüfen: Wie oft konzentrierst Du Dich zu 100% auf den Prozess des Essens? Kaust Du Dein Essen in Ruhe und lange genug? Was isst Du überwigend? Wie häufig und in welchen Mengen konsumierst Du ungesunde Lebensmittel wie Fast-Food, prozessierte Lebensmittel, Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Zucker, Salz, Alkohol, Süßspeisen und Kaffee?

 

3. WIR VERHUNGERN „AN VOLLEN TÖPFEN“

Laut einer groß angelegten Studie des Schwarzwald Sanatoriums in Obertal verlieren Obst und Gemüse wegen ausgelaugten, schadstoffbelasteten und einseitig bewirtschafteten Böden in der Landwirtschaft weltweit seit 1985 drastisch an Nährstoffen: Der Verlust von Vitamin A bei Äpfeln beträgt 41 %. Paprika hat um 31 % weniger Vitamin C und Brokkoli nur noch die Hälfte an Eisen. Der US-Mediziner Al Sears schlussfolgert deshalb logisch richtig: „Sie müssen heute zehnmal so viel Obst und Gemüse essen, um die gleiche Menge an Vitaminen und Mineralstoffen wie vor 50 Jahren zu bekommen.“ 4 Dieses Defizit sollten wir irgendwie ausgleichen, wenn uns an einem langen und gesunden Leben gelegen ist.

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4. UNSERE KÖRPER SIND IN DER REGEL CHRONISCH ÜBERSÄUERT

In den Industrienationen können wir den mannigfaltigen Ursachen dieser chronischen Übersäuerung faktisch nicht mehr aus dem Weg gehen. Sie ist bedingt durch ungünstige Essgewohnheiten, industriell verarbeitete Lebensmittel, Lebensmittelzusatz- und Konservierungsstoffe, Farbstoffe, Aromen, Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in der konventionellen Nahrung, Tabak, Alkohol, Waschmittelzusätze und Zusätze in Körperpflegeprodukten, Medikamente, Umweltgifte,  Chemikalien, Lösungsmittel, Luftverschmutzung, elektromagnetische Strahlung, Chemtrails sowie chronischen Stress. Diese machen sich nicht selten durch vermeintlich rätselhafte Symptome wie z. B. Erschöpfung, Konzentrationsstörungen, ständige Müdigkeit, häufige Kopfschmerzen, eine erhöhte Infektanfälligkeit und in machen Fällen auch Übergewicht bemerkbar. Jetzt fragst Du Dich sicherlich zu Recht: „Warum ist „Übersäuerung“ ein so großes Problem?“

FOLGE: ÜBERSÄUERUNG IST DER STARTPUNKT VON JEDER KRANKHEIT

Das Autorenpaar Robert O. Young und Shelley Redford Young geht davon aus, dass von allen Gleichgewichtszuständen, die der menschliche Körper anstrebt und für allumfassende Gesundheit sowie ein langes Leben benötigt, das Säure-Basen-Gleichgewicht der wichtigste ist. Befinden sich Säuren und Basen in Balance, ist der Mensch gesund und er verfügt über eine hohe Leistungsfähigkeit. Bewegt sich der pH-Wert dauerhaft zu stark ins saure Milieu, nimmt die Sauerstoffversorgung und damit der Zellstoffwechsel ab. Das setzt eine regelrechte Kaskade von Reaktionen in Gang: Die Übersäuerung bzw. die niedrige Sauerstoffkonzentration begünstigt die Ansiedelung von Mikroorganismen wie Bakterien, Viren, Hefen, Pilzen und Parasiten. Ihre Abfallstoffe (Säuren, Alkohole und Toxine)  tragen direkt oder indirekt zu einer endlos langen Reihe von Symptomen bei.

Die meisten Krankheiten, besonders chronische und degenerative Krankheiten, folgen auf wuchernde, sich vermehrende Mikroorganismen. Zwischen den Extremen Fußpilz und AIDS liegen die auf Hefen- und Pilzwucherung basierenden Krankheiten wie Diabetes, Krebs, Atheriosklerose (Arterienverkalkung), Osteoporose, chronische Müdigkeit und Entzündungen. Allgemeine Zeichen eines Wachstums sind Schmerzen, Infektionsneigung, Funktionsstörungen der Nebenniere oder Schilddrüse, Verdauungsstörungen, Durchfall, Heißhungerattacken, Koliken, Blähungen, Depressionen, Hyperaktivität, Erkältungen und grippale Infekte, trockene und juckende Haut, Gelenkschmerzen, schlechter Atem, Geschwüre, Kolitis, Sodbrennen, Reizbarkeit, verschwollene Augen, Stimmungsschwankungen, Pilzinfektionen der Scheide, Zysten und Tumore, Akne, niedriger Blutzucker, Kopfschmerzen, Trägheit, Schlaflosigkeit, Über- und Untergewicht, Muskelschmerzen, schlechtes Gedächtnis, Allergien, Zahnfleischschwund oder Blaseninfektion.5

Dieser Ursache-Wirkungs-Zusammenhang wurde so auch schon 1931 von Dr. Otto Warburg bestätigt, der für diese Entdeckung den Nobelpreis der Medizin erhalten hat. Warburg hatte herausgefunden, dass Krebs (und andere Zivilisationskrankheiten) nur in einer anaeroben (sauerstoffarmen) oder sauren Umgebung gut gedeihen kann. 6

 

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In dem nachfolgenden Video bestätigt das auch Dr. Rüdiger Dahlke in einem Interview über „Krebs“ (ab Min. 11:00):

Damit wird gleichzeitig klar, dass wir die Übersäuerung und deren Folgen – also all diese Krankheiten – durch unseren Lebensstil selbst verschulden. Die gute Nachricht ist deshalb: Sobald wir diese Tatsache erkannt haben, können wir selbst (!!!) die Weichen neu stellen; wir können unseren Lebensstil verändern und dadurch für ein ausgeglichenes Säure-Basen-Milieu sorgen! Sobald wir den Körper mit mehr Sauerstoff versorgen und den pH-Wert angehoben haben, müssen auch die eventuell vorhandenen Beschwerden und Krankheiten verschwinden. 7

FOLGE: EIN ÜBERSÄUERTER KÖRPER IST NICHT LEISTUNGSFÄHIG

Ein positives Säure-Basen-Verhältnis ist einer der wichtigsten Faktoren für Höchstleistungen in Sport und Alltag“, sagt Brendan Brazier, kanadischer Triathlet und Ironman sowie Pionier für vegane Ernährung. 8 Verbessert sich hingegen die Sauerstoffsättigung und damit der pH-Wert 9, steigt die körperliche und mentale Leistungsfähigkeit 10. Das bedeutet: Wer körperliche und auch mentale Top-Leistungen erbringen möchte, der sollte dafür sorgen, dass sein Körper basisch ist.

Roger Bannister veröffentlichte bereits in den 1950ern eine ausführliche Studie zu diesem Thema, bevor er die Meile zum ersten Mal in vier Minuten lief. Bannisters Ergebnisse zeigen, dass man mit zusätzlich eingeatmetem Sauerstoff schneller und weiter laufen kann. Bei einem Versuch auf dem Laufband lief Bannister mit einem Tempo von 10 km/h und einer 14-prozentigen Steigung. Bei normalem Sauerstofflevel (21 %) lief er 8:45 Minuten bis zur Erschöpfung. Bei einem Sauerstoffanteil von 66 Prozent rannte er doppelt so weit ohne gänzlich erschöpft zu sein. 11

WOMIT KANN ICH MEINEN KÖRPER BASISCH MACHEN?

Daraus leitet/leiten sich folgende Frage(n) unumgänglich logisch ab: Womit kann ich meinen Körper aus eigener Kraft (!)  basisch machen? Wie kann ich ggf. die Selbstheilungskräfte reaktivieren und den optimalen „Betriebszustand“ Zug um Zug wieder herstellen sowie bestmöglich halten? Welche Techniken gibt es? Welche Ernährungsform ist die förderlichste? Welche Nahrungsmittel sind dafür am besten geeignet? Folgende Antworten habe ich in knapp 2 Jahrzenten intensiven Forschens gefunden:

A) SPEZIELLE ATEMÜBUNGEN MACHEN DEN KÖRPER BASISCH

Hierzu werde ich hoffentlich schon bald einen gesonderten  Artikel veröffentlichen.

B) GRÜNES GEMÜSE (UND OBST) – VOR ALLEM IN FORM VON SÄFTEN UND SMOOTHIES – MACHEN BASISCH

Betrachten wir eine beliebige Tabelle (Nahrungsmitteltabelle – IPEV Institut für Prävention und Ernährung, Ismaning; Lebensmittel-Liste für die basische Ernährung – vital.de), welche Nahrungsmittel anhand ihrer Auswirkungen auf den Säure-Basen-Haushalt klassifiziert, so zeigt sich folgendes: Lebensmittel, die eine mittlere bis stark basenbildende Wirkung haben, sind vor allem grünes Gemüse (Grünkohl, Spinat, Blattsalate, Löwenzahn, Gurke, Fenchel etc.), Kräuter (Petersilie, Thymian, Pfefferminze, Ingwer etc.) sowie sonnengereiftes Obst (Äpfel, Ananas, Birnen, Datteln, Zitronen, Limetten etc.) und Kokosnüsse. Zudem empfehlen dann auch sogenannte Ernährungsexperten, dass wir täglich ca. 80 % basische bzw. basenbildende Lebensmittel zu uns nehmen sollen und 20 % säurebildende. Folge ich diesem Prinzip, kann ich damit meinen gesundheitlichen Zustand und meine Lebenserwartung verbessern.12

Eine Tabelle mit Lebensmitteln, die einen hohen Chlorophyllgehalt haben, findest Du in diesem Artikel.

Basische Überversorgung mit Säften während einer Saftkur: Den Körper mit Nährstoffen fluten

Möchte ich meinen Körper nun sehr schnell ins basische Milieu heben (z. B. weil die Nährstoffdepots leer sind, die Biochemie des Körpers aus dem Gleichgewicht geraten ist, lebenswichtige Organe nicht mehr gut funktionieren und bereits Krankheiten das Leben einschränken), dann sollte ich den Mangel beseitigen, indem ich meinen Körper über einen gewissen Zeitraum mit basischen Lebensmitteln überversorge. Das ist am einfachsten umsetzbar, wenn ich große Mengen von den vorgenannten basenbildenden Lebensmitteln in Form von frischen Säften zu mir nehme.

Der Clou ist dabei der folgende: Im frisch gepressten Saft sind alle gewünschten Nährstoffe enthalten. Gleichzeitig sind im Saft keine Ballast- bzw. Feststoffe mehr enthalten (im Gegensatz zum Smoothie). Das hat zur Folge, dass ich über das Trinken dieses Saftes tagtäglich die Vitalstoffe von 4-5 kg Obst und Gemüse zu mir nehmen kann, ohne dass meine Verdauung dadurch irgendwie groß beansprucht werden würde (Man bedenke: Bei der Verdauung von fester Nahrung wird normalerweise knapp 1/3 der über die Nahrung aufgenommenen Energie für den Verdauungsprozess selbst benötigt). Gleichzeitig landen die so aufgenommenen Nährstoffe im Handumdrehen im Blut. Aber man stelle sich im Gegenzug einmal vor, jeden Tag mehr als 4 oder 5 kg Obst und Gemüse essen zu müssen (z. B. in gekochter Form). Diese Menge könnte man unmöglich jeden Tag herunter bekommen.

So werden Entgiftung und Selbstheilung aktiviert

OK. Ich flute also über die überwiegend grünen Säfte meinen Körper mit reichlich Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen, Antioxidantien und sekundären Pflanzenstoffen wie z. B. Chlorophyll und hebe ihn sukzessive ins basische Milieu. Gleichzeitig faste ich – verzichte also während dessen auf feste Nahrung. Das führt dazu, dass der Organismus schrittweise die Stoffwechselprozesse umstellt.

Mit der Umstellung des Stoffwechsels beginnt der Detox-Prozess. Da für das Verdauen des Saftes nahezu keine Energie benötigt wird, kann der Körper diese nun vollumfänglich für Reparatur-, Aufräum- und Regenerationsarbeiten verwenden! Zudem fängt der Körper dann relativ rasch mit der Entgiftung an. Er befreit sich von krankem Gewebe, Giftstoffen und Schlacken. Als Konsequenz können die Organe wieder besser ihre Funktion erfüllen. Das Immunsystem läuft wieder auf Hochtouren und die Haut bekommt wieder einen jugendlichen Glanz.

Die Gerson Therapie stand Pate

Der von mir hier dargestellte Ansatz folgt den zentralen Prinzipien der Gerson Therapieeiner der ältesten und bekanntesten alternativen Methoden zur Behandlung von Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Arthritis und Autoimmunerkrankungen. Sie wurde von dem deutschen Arzt Max Gerson entwickelt.

Eine bewegende Erfolgsgeschichte

Eine Frau, die ihren Brustkrebs mit diesem Ansatz in dem Heilungszentrum „Sananda-Wasi” in Peru überwunden hat, ist Bonnie Dean aus Canada. Ihre Geschichte hat mich als Mitgründer von Sananda-Wasi und Saftcraft inspiriert, mich tiefer mit dem Themengebiet auseinanderzusetzen. Ein Video von Bonnie’s bewegender Erfolgsstory findest Du hier:

ANMERKUNG

Das hier ist kein Aufruf, sich bei einer Krebsdiagnose nicht behandeln zu lassen. Es geht viel mehr hauptsächlich darum, dass man sich Informationen aus verschiedenen Quellen holt und sich nicht nur auf die Aussagen der Schulmedizin verlässt. Es geht um das eigene Leben – Überleben. Und genau deswegen sollte man auch dementsprechend eigenverantwortlich damit umgehen, also die Verantwortung nicht zur Gänze an andere abschieben. Letztendlich ist es immer Deine eigene Entscheidung, welche Methode der Behandlung Du für Dich auswählst. Denn niemand außer Dir selbst wird die Konsequenzen dafür tragen müssen.

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  1. In Deutschland im Jahr 2015, gemäß Angaben der Weltbank: http://data.worldbank.org/indicator/SP.DYN.LE00.IN
  2. Vgl. derStandard.at: 86 Prozent sterben an chronischen Erkrankungen. 5. Juli 2011; http://derstandard.at/1308680428544/Zivilisationskrankheiten-86-Prozent-sterben-an-chronischen-Erkrankungen
  3. Vgl. Walker, Norman W.: Frische Frucht- und Gemüsesäfte – Vitalstoffreiche Drinks für Fitness und Gesundheit. Goldmann, München 1995, 22. Auflage, S. 5
  4. Vgl. 1985 Pharmakonzern Geigy (Schweiz), 1996/2002 Lebensmittellabor Karlsruhe/Sanatorium Oberthal; http://www.gesundheitlicheaufklaerung.de/obst-gemuese-verlieren-a-naehrstoffen
  5. Vgl. Young, Robert O., Redford Young, Shelley: Die pH-Formel für das Säure-Basen-Gleichgewicht. Mosaik/Goldmann, München 2003, 2. Auflage, S. 32 ff.
  6. Vgl. Behrends, Sabine: Späte Anerkennung für einen Querdenker. Berliner Zeitung, 11.02.2006; http://www.berliner-zeitung.de/archiv/krebs-ist-eine-stoffwechselentgleisung–sagte-otto-warburg-bereits-1924–nun-zeigt-sich–dass-er-vielleicht-recht-hatte-spaete-anerkennung-fuer-einen-querdenker,10810590,10361530.html
  7. Vgl. Schwalfenberg, Gerry K.: The alkaline diet: Is there evidence that an alkaline ph diet benefits healt?. Journal of Environmental and Public Health. 2012;2012:727630. doi:10.1155/2012/727630, http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3195546/
  8. Vgl. Brazier, Brendan: The Alkaline Advantage How pH Promotes Optimal Health and Performance. T. Colin Campbell Center for Nutrition Studies, 22. Oktober 2012, http://nutritionstudies.org/alkaline-advantage-ph-promotes-optimal-health-performance/
  9. Vgl. Kox, M. et al.: Voluntary activation of the sympathetic nervous system and attenuation of the innate immune response in humans. PNAS, 20. Mai 2014, Vol. 111 No. 20, S. 7379-7384, http://www.pnas.org/content/111/20/7379.full.pdf?with-ds=yes
  10. Vgl. Schwalfenberg, Gerry K.: The alkaline diet: Is there evidence that an alkaline ph diet benefits healt?. Journal of Environmental and Public Health. 2012;2012:727630. doi:10.1155/2012/727630, http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3195546/
  11. Vgl. Bannister, Roger: The effects on the respiration and performance during exercise of adding oxygen to the inspired air. The Journal of Physiology, Vol. 125, Issue 1, 28. Juli 1954, Seiten 118-137, http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1113/jphysiol.1954.sp005145/pdf
  12. Vgl. Schwalfenberg, Gerry K.: The alkaline diet: Is there evidence that an alkaline ph diet benefits healt?. Journal of Environmental and Public Health. 2012;2012:727630. doi:10.1155/2012/727630, http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3195546/
Von | 2017-05-25T21:29:38+00:00 20. Oktober 2016|