#008 Erfahrungsbericht: Achtsamkeit und Führung von Christian Weiher

In dieser Folge berichtet Christian Weiher von seiner Erfahrung, die er durch die Teilnahme an einem achtsamkeitsbasierten Führungskräfteentwicklungsprogramm gemacht hat.

Aufmerksamkeits-Management zählt zu den kritischen Management-Skills des 21. Jahrhunderts… Klick um zu Tweeten

Aus dem Inhalt:

  • Change ist zunehmend die Regel. Achtsamkeitsübungen machen uns Menschen fit für diese Rahmenbedingungen.
  • Durch Achtsamkeit lassen sich Konflikte besser lösen. Zudem optimiert Achtsamkeit das Selbstmanagement in Konfliktsituationen: Die Wahrnehmung des eigenen Stresspegels wird verbessert und man bekommt ein besseres Gespür für das Gegenüber, was ungemein bei der Lösung des Konflikts hilft.
  • Das achtsamkeitsbasierte Führungsprogramm bestand aus drei Teilen: Theorie, Rollenspielen und Achtsamkeitspraxis (Atemfokussierung, Gehmeditationen, etc.)
  • Ich habe bisher viele Dinge von der Arbeit mit nach Hause genommen und ich konnte schwer abschalten: Achtsamkeit hilft mir, mit Stress besser umzugehen und effektiver abzuschalten.
  • Achtsamkeit hilft mir, meine Konzentrationsfähigkeit bei der Arbeit besser zu halten.
  • Achtsamkeitsübungen haben mittlerweile einen festen Platz in meinem privaten und beruflichen Alltag. Es müssen ja nicht immer 30-minütige Meditationen sein. Oftmals sind es nur eingestreute 5 Minuten oder wenige achtsame Atemzüge – und das hilft schon enorm.
  • Meine Mitarbeiter sagen mir, ich würde seit dem Programm besser zuhören.
  • Durch die Achtsamkeitsübungen kann ich mich in Konfliktfällen und Stresssituationen besser beobachten. Und allein durch dieses Heraustreten, bei dem ich mich dann z. B. frage, wie es mir geht und wo ich gerade stehe, kann ich solche Situationen besser meistern und sogar vermeiden.
  • Ich falle Menschen nicht mehr so oft ins Wort und ich bin nicht mehr so ungeduldig.
  • Die Qualität meiner Entscheidungen ist gestiegen. Ich achte bei Entscheidungen auf viel mehr Aspekte und ich bin sensibler für Ustimmigkeiten geworden. Registriere ich solche, werden die seltener weggedrückt, sondern offen angesprochen.
  • Achtsamkeit wirkt Betriebsblindheit und unproduktiven Routinen entgegen.
  • Achtsmkeit ermöglicht es mir, häufiger mit einem Anfänger-Geist „von außen“ auf die Dinge zu blicken.
  • Achtsamkeit ist eine zentrale Voraussetzung für eine gut funktionierende Lernkultur. Fehler werden somit wertungsfrei betrachtet, anstatt unter den Teppich gekehrt.
  • Achtsamkeit hilft in Veränderungsprozessen enorm.
  • Achtsamkeit ist mehr als nur eine Mangement-Ressource. Man beginnt sich auch selbst besser zuzuhören.
  • Die Reise „Achtsamkeit“ ist aber auch eine Herausforderung, denn mit dem, was man entdeckt, muss man anschließend auch umgehen.
  • Ich halte Achtsamkeit in einem Unternehmen für sehr wichtig, weil wer Dinge verändern will, der muss zunächst genau erkennen und erspüren, was es in einer speziellen Situation gerade braucht.
  • Jeder Unternehmen, das sich weiterentwickeln will, kann von Achtsamkeit profitieren.
  • Achtsamkeit sollte nicht top-down „verordnet“ werden. Das wird schlecht funktionieren. Achtsamkeit kann nur dann wirklich erfolgreich sein, wenn es „von unten“ gewachsen ist.
  • Achtsamkeit ist kein Wellness- oder Feel-Goog-Trip. Man muss auch bereit sein, sich mit seinen Schattenseiten auseinanderzusetzen – was aber am Ende sehr gewinnbringend ist.

Übung: Bitte vergib für die nachfolgenden Aussagen Punkte (0 = ich stimme nicht zu, 10 = ich stimme sehr zu)
– Achtsamkeit verbessert die Fähigkeit, das Bild vom größeren Ganzen zu sehen (Punkte von Christian Weiher: 10)
– Achtsamkeit verbessert das Führungsvermögen (Punkte von Christian Weiher: 8)
– Achtsamkeit verbessert die zwischenmenschlichen Beziehungen – auch im Job (Punkte von Christian Weiher: 10)
– Achtsamkeit verbessert die Widerstandskraft / Stressresistenz (Punkte von Christian Weiher: 7)
– Achtsamkeit macht die Mitarbeiter zufriedener und das Unternehmen erfolgreicher (Punkte von Christian Weiher: 6)

Achtsamkeit wird branchenübergreifend ein unverzichtbarer Bestandteil erfolgreicher und… Klick um zu Tweeten
Von | 2017-09-07T09:20:50+00:00 7. September 2017|

Podcast „INNERER REICHTUM“ on air

YESSSS! Mein Podcast „Innerer Reichtum“ ist on air! Ab sofort ist die Folge #000 auf iTunes, Podcast.de und Stitcher.com verfügbar. In dieser Folge erzähle ich Dir ein klein wenig über mich als Gastgeber und das, was Dich künftig hier auf diesem Kanal erwartet:

In diesem Podcast geht es darum, wie wir zum Menschenmöglichen gelangen können – als Individuen, als Organisationen und als Gesellschaft. Und zwar deshalb, weil mich genau diese Frage jeden Tag aus dem Bett treibt. Ich will mit diesem Podcast inspirieren, damit wir ins Tun kommen, wir uns gemeinsam weiterentwickeln und dabei voneinander lernen. Wer, wenn nicht wir – wann, wenn nicht jetzt.

Thematisch wird es um viele unterschiedliche Dinge gehen wie z. B. Achtsamkeit, Sinn, Ganzheit, Resilienz, Gesundheit sowie um alles, was unserer Potenzialentfaltung dienlich ist.

Der Podcast heißt „Innerer Reichtum“, weil ich bei den Recherchen für mein Buch „Die Aktivierung des Weltinnenraums“ (Hier geht’s zur Leseprobe, hier kannst Du das Buch kaufen) auf ein unendlich wichtiges Experiment des iranisch-amerikanischen Physiker Shahriar Afshar gestoßen bin. Afshar hatte 2004 in einem ausgeklügelten, quantenphysikalischen Experiment gezeigt, dass von den beiden Aspekten, die Teilchen besitzen – nämlich wellenartig und teilchenartig –, der Wellenaspekt selbst dann vorhanden ist, wenn der Teilchenaspekt beobachtet wird. Wurde jedoch der Wellenaspekt beobachtet, war der Teilchenaspekt nicht vorhanden.

Damit stellte sich heraus, dass Quanten – die Teilchen, die die grundlegendsten Bausteine der materiellen Welt darstellen – mehr Wellen als Teilchen gleichen. Die Welt besteht also nicht primär aus Materie, sondern aus einem bewussten Feld elektromagnetischer Schwingungen. Mit anderen Worten: Der Geist oder das Bewusstsein ist das Primäre und die Materie das Sekundäre. Und das bedeutet: Das Innere erschafft das Äußere – nicht umgekehrt. Wer etwas im Außen wirkungsvoll verändern will, muss im Inneren anfangen.

Das ist der eine Grund, warum der Podcast „Innerer Reichtum“ heißt. Ein weiterer Grund ist, dass die Glücksforschung Folgendes herausgefunden hat: Glück ist nur zu 10 Prozent von äußeren Aspekten wie z. B. materiellem Besitz abhängig, aber zu 90 Prozent von inneren Faktoren.1

Zudem bekommst Du das Best Of der kommenden 6 Interviews mit Calvin Hollywood, Oliver Wnuk, Dirk Kreuter, Peter Spiegel, Laura Malina Seiler und Christoph Harrach zu hören – die ich ab morgen veröffentlichen werde (jeden Tag ein Interview, also unbedingt abonieren!). Nach der Launch-Woche wird jeweils Dienstags und Donnerstags eine neue Folge erscheinen.

Hier findest Du den Podcast bei iTunes. Hier findest Du ihn bei Podcast.de. Hier findest Du den Podcast bei Stitcher.com.

  1. Vgl. Lyubomirsky, Sonja: What determines happiness. YouTube-Video, Webseite
Von | 2017-08-31T12:53:04+00:00 26. August 2017|

Geheimrezept gegen Kopfschmerzen

Hast Du öfters Kopfschmerzen? Nimmst Du dann auch noch Schmerztabletten, um sie wegzubekommen? Dann bist Du damit nicht allein: Kopfschmerzen sind weit verbreitet – fast jedem brummt ab und an der Schädel. Knapp 70 Prozent der Deutschen leiden unter regelmäßigen Kopfschmerzen. Allerdings ist der Begriff „Kopfschmerzen“ etwas irreführend, weil der Kopf keine Schmerzrezeptoren hat und nicht wehtun kann. Was weh tut, das sind die Blutgefäße der Hirnhaut.

Die gute Nachricht ist: Du musst ab sofort keine Schmerztabletten mehr nehmen, um Deine Kopfschmerzen hinter Dir zu lassen! In meinem neuen Video zeige ich Dir, wie Du das mit einer einfachen, aber sehr wirkungsvollen Atemübung schaffen kannst. Hier geht’s zum Video! (Spieldauer: 11 Minuten)

Von | 2017-05-23T15:52:45+00:00 10. Februar 2017|

WIM HOF METHODE: Tiefes Atmen + Kältetherapie setzen ungeahnte Superkräfte frei

WAS IST DIE WIM HOF METHODE?

Die Wim Hof Methode ist im engeren Sinne eine extrem wirkungsvolle Atemübung. Korrekt praktiziert führt sie dazu, dass der Mensch regelrechte Superkräfte entwickelt, weil der Körper durch sie in seinen bestmöglichen Funktionsmodus versetzt wird. In diesem Modus ist jeder Mensch in der Lage, alle möglichen Herausforderungen viel leichter zu meistern. Deshalb sollte jeder, der aus sich die bestmögliche Version machen möchte, diese Technik unbedingt beherrschen.

Im weiteren Sinne besteht die Wim Hof Methode aus drei Elementen:

      1. Atemübungen
      2. Yoga- bzw. Stretching-Übungen
      3. Graduelle Kältetherapie/Eisbad sowie Meditation/mentale Konzentration auf das dritte Auge während der Kältetherapie

Die Atemübungen bilden den ersten Teil der Wim Hof Übungssequenz. Sie gleichen in gewisser Weise einer kontrollierten Hyperventilation, wenngleich der für eine Hyperventilation typische Stressauslöser fehlt. Die Wim Hof Atemübungen erhöhen die Sauerstoffversorgung des Körpers, regulieren die Schmerzrezeptoren herunter, steigern den pH-Wert und machen den Körper schlussendlich basisch.

Außerdem wird dabei nachweislich DMT (Dimethyltryptamin) ausgeschüttet! DMT wird als das spirituelle Molekül bezeichnet, welches bei Aufwacherlebnissen, Nahtoderlebnissen und Ayahuasca-Sessions in massiven Dosen freigesetzt wird. Laut Terence McKenna, der die Bekanntheit von DMT durch seine Vorträge, Bücher und Interviews auf das jetzige, noch nie da gewesene Level brachte, nannte DMT in seinem 1994er Vortrag „Rap Dancing Into the Third Millenium“ „das stärkste der Menschheit und der Wissenschaft bekannte Halluzinogen“ und „das gebräuchlichste Halluzinogen der Natur“. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass man seine eigenen Drogen durch diese Atemübung produziert.

Die anschließenden Yoga- und Stretching-Übungen halten den Körper geschmeidig. Zudem helfen sie, eventuelle Blockaden zu lösen. Durch die ersten beiden Schritte wird der Körper und der Geist optimal auf die Kälte – den dritten Teil der Übungssequenz – vorbereitet. Der Kontakt mit der Kälte führt sofort zur vollen Präsenz im Hier und Jetzt. Wer den Fluchtreflex des Reptiliengehirns nun hinter sich lässt und sich zunehmend in die Situation hinein entspannt, erreicht nicht selten einen tiefen Zustand der Meditation. Mit einiger Übung kann es durchaus vorkommen, dass die Kälte sogar als Wärme empfunden wird.

WIE FÜHLT ES SICH AN, WENN MAN DIE WIM HOF METHODE (ATEMÜBUNG) PRAKTIZIERT?

Bitte beachte die Warnhinweise am Ende dieses Beitrags, bevor Du mit den Übungen beginnst. Folgende Erfahrungen kannst Du beim Praktizieren der Wim Hof Methode machen:

        • Kribbeln in bestimmten Körperregionen wie z. B. den Händen, den Unterarmen, den Füßen oder aber auch im ganzen Körper (die Stärke ist abhängig davon, wie intensiv man atmet)
        • Benommenheit oder Schwindelgefühl – vor allem nach dem Anhalten des Atems (anfänglich bei manchen häufiger … lässt dann immer mehr nach)
        • Verbessertes Energielevel – Du fühlst Dich topfit
        • Positiver Gemütszustand – Die ausgeschütteten Hormone, Endorphine und Neurotransmitter sorgen dafür, dass Du anschließend super gelaunt bist
        • Absolute Klarheit und Aufmerksamkeit

Wenn Du die Wim Hof Methode am frühen Morgen praktizierst, dann kannst Du anschließend ganz leicht auf den Kaffee verzichten (sofern Du Kaffee trinkst und ihn z. B. reduzieren möchtest).

WER IST WIM HOF?

Wim Hof, oder auch „the Iceman“ genannt, ist ein in Holland geborener Weltrekordhalter, Abenteurer, Draufgänger, Naturbursche und ein menschliches Versuchskaninchen. Mittlerweile ist er sogar weltweit für seine Fähigkeit bekannt, extreme Kälte scheinbar mit Links auszuhalten. Ich habe ihn in 2016 zwei Mal persönlich getroffen und finde ihn sehr sympathisch. Er ist super entspannt, witzig, immer gut drauf, spielt Gitarre, läuft nahezu immer mit T-Shirt und Shorts herum und verliert sich gerne, wenn er redet. Wim Hof ist ein absolut faszinierender, charismatischer Typ. Ich mag ihn sehr.

Einige der verrücktesten Leistungen von Wim Hof, der mehr als 20 Weltrekorde hält, sind:

      • Den Mount Everest nur mit einer Short bekleidet und ohne Sauerstoffmaske (bis knapp unter den Gipfel) bestiegen
      • Barfuß und nur mit einem Short bekleidet einen Marathon oberhalb des Polarkreises in Finnland gelaufen
      • Den Gipfel des Kilimanjaro in weniger als 2 Tagen erreicht – natürlich nur in Shorts
      • Oberhalb des Polarkreises: 66 Meter unter einem Meter dicken Eis getaucht
      • Mehr als zwei Stunden regungslos in einem Eisbad gesessen
      • 2011: Einen Marathon in der Wüste Namib gelaufen – ohne Wasser

… Und das ist nicht alles!

MISSION & PHILOSOPHIE: WIM HOF’S MESSAGE

Wim Hof will der Welt zeigen, dass alle Menschen können, was er kann. Zudem will er durch wissenschaftliche Studien beweisen, dass sein Ansatz der Menschheit gute Dienste leisten kann. Ihm geht es darum zu vermitteln, dass jeder Mensch eine innere Weisheit hat. Diese kann er sich erschließen, indem er in einen intensiven Kontakt mit seiner physischen Natur tritt und dabei voll präsent ist. „Viele Probleme können allein dadurch gelöst werden, dass die Menschen diesen intensiven Kontakt mit ihrem physischen Körper wieder herstellen (anstatt oft erfolglos zu versuchen, ihre Probleme mit dem Verstand zu lösen)“, so Wim Hof. Seiner Ansicht nach ist diese Verbindung in der heutigen Zivilisation verkümmert. Aber die gute Nachricht ist: sie kann reaktiviert werden.

Folgende Mantras kann man von Wim Hof immer wieder hören:

      • Höre auf Deinen Körper, er hat die Antwort.
      • Ich bin nichts Besonderes. Was ich kann, kann jeder.
      • Ich habe keine Angst vor dem Tod, ich habe Angst, nicht voll zu leben.
      • Wir alle sitzen auf einem gewaltigen Reservoir an unerschlossenen, supermenschlichen Fähigkeiten. Jeder kann sich diese erschließen.
      • Atem ist Leben.
      • Kälte ist Gott.
      • Fühlen ist Verstehen.
Ich habe keine Angst vor dem Tod, ich habe Angst, nicht voll zu leben. (Mantra von Wim Hof) Klick um zu Tweeten


WIM HOF METHODE VERSUS TUMMO

Ich habe sowohl die Wim Hof Methode von Wim Hof persönlich, als auch die Tummo-Praxis von einem anerkannten tibetischen Lama erlernt. Beide Ansätze haben durchaus Gemeinsamkeiten, liegen dann aber in der konkreten Praxis doch weit auseinander.

Während die Wim Hof Methode ihre Power in erster Linie durch die Atemübung bezieht, welche die Schmerzrezeptoren runterreguliert und man sich zudem graduell an die Kälte gewöhnt geht es bei der klassichen Tummo-Praxis vielmehr um das Visualisieren sowie das tatsächliche Empfinden von Hitze im eigenen Körper. Beide Techniken stelle ich auf dieser Seite in kostenlosen E-Kursen zur Verfügung (siehe weiter unten). Jeder kann sich also selbst ein Bild davon machen. Ich finde beide Techniken großartig und habe mittlerweile damit begonnen, beide Methoden miteinander zu verbinden.

WARUM SOLLTEST DU DIE WIM HOF METHODE PRAKTIZIEREN? WELCHE WISSENSCHAFTLICHEN BELEGE GIBT ES?

Die bisherigen wissenschaftlichen Untersuchungen der Wim Hof Methode haben gezeigt, dass deren Ausübung die Beeinflussung des autonomen Nervensystems und des Immunsystems ermöglicht. Das bedeutet, dass diese Technik von hohem Wert für die Menschheit ist. Die Methode scheint Menschen zu befähigen, ihre Gesundheit völlig eigenständig und ohne externe Faktoren positiv beeinflussen zu können. So kann der pH-Wert des Blutes und auch die Stimmung angehoben werden. Aber auch für die Leistungssteigerung (z. B. im Sport) ist sie von großer Bedeutung.

Fühlen ist Verstehen. (Mantra von Wim Hof) Klick um zu Tweeten

BEWUSSTE STEUERUNG DES „AUTONOMEN“ NERVENSYSTEMS

Jan Groothuis von der Radboud University in Nijmegen / Holland hat Wim Hof bei einem 80-minütigen Eisbad überwacht und das unmöglich geglaubte festgestellt. (Dabei sei kurz angemerkt, dass eine untrainierte Person unter diesen Bedingungen in der Regel an Unterkühlung sterben würde): Die Körpertemperatur von Hof hatte sich in der ganzen Zeit fast nicht verändert. Durch seine Methode hatte er willentlich sein autonomes Nervensystem und sein Herz-Kreislauf-System beeinflusst 1. Bislang ist man davon ausgegangen, dass so etwas unmöglich sei. Deshalb heißt das autonome Nervensystem ja auch so und nicht anders. Diese Praxis ist demnach eine wissenschaftliche Sensation – die Schulbücher müssen nun neu geschrieben werden. 2

KANN NUR WIM HOF DAS IMMUNSYSTEM BEEINFLUSSEN UND STÄRKEN?

2011 ließ sich Wim Hof freiwillig unter ärztlicher Aufsicht von Prof. Dr. Peter Pickkers an der Radboud University in Nijmegen / Holland E coli Endotoxin spritzen. Das Verabreichen dieser Substanz lässt den Körper glauben, er würde angegriffen werden, was normalerweise relativ rasch und für einige Stunden grippeartige Symptome wie Fieber, Übelkeit, Schüttelfrost und starke Kopf- und oder Muskelschmerzen hervorruft. Hof hatte lediglich leichte Kopfschmerzen und konnte damit beweisen, dass er willentlich die Reaktion auf die Bakterien und damit sein Immunsystem beeinflussen kann.

Die Forscher konnten bei ihm im Vergleich zu anderen Versuchsteilnehmern eine erhöhte Ausschüttung des Stresshormons Cortisol feststellen, welches durch eine gesteigerte Aktivität des sympathischen Nervensystems (Sympathikus = versetzt den Körper in erhöhte Leistungsbereitschaft) ausgeschüttet wird und die Immunreaktion dämpft. Entsprechend war auch das Niveau der in Hof’s Blut festgestellten Entzündungsmediatoren viel geringer. Seine Immunantwort war 50 Prozent geringer als die der anderen Probanden. Zudem konnten fast keine Grippesymptome beobachtet werden – und das alles nur durch „ein bisschen Atmen und ein wenig Meditieren“ (Ironie). 3 4

NEIN, JEDERMANN KANN DAS IMMUNSYSTEM BEEINFLUSSEN UND STÄRKEN!

Hof wollte aber nicht, dass er als Ausnahme angesehen wird. Vielmehr wollte er zeigen, dass jedermann ein solches Ergebnis erzielen könnte. Deshalb wurde das Experiment 2013 wiederholt. Wim Hof trainierte dafür 12 freiwillige Holländer 10 Tage lang. Sie trainierten die Atemtechnik und die Dritte-Auge-Meditation. Ferner setzten sie sich graduell immer länger der Kälte aus. Als Sie wieder zurück in Holland waren, bekamen diese 12 Testpersonen sowie 12 untrainierte Teilnehmer (Kontrollgruppe) die gleiche Dosis E coli Endotoxin gespritzt. Das Ergebnis war das gleiche wie bei Wim Hof! Es hat sich damit gezeigt, dass ganz „normale“ Menschen innerhalb kürzester Zeit in der Lage sind, ihr eigenes Immunsystem zu steuern! Die Wim Hof Methode könnte damit überdies ein neuer Behandlungsansatz für entzündliche Krankheiten wie z. B. Autoimmunerkrankungen darstellen. 5

Become strong, happy and healthy. (Mantra von Wim Hof) Klick um zu Tweeten

WIM HOF METHODE MOBILISIERT ENERGIERESERVEN

In der letztgenannten Studie wurde überdies festgestellt, dass der Adrenalin- bzw. Epinephrinausstoß bei den Testpersonen während der Atemübung selbst im Bett liegend ein höheres Level erreichte, als er bei Bungee-Jumpern gemessen wurde. Adrenalin wirkt aktivierend und sorgt u. a. für eine schnelle Energiebereitstellung durch Fettabbau. Außerdem aktiviert Adrenalin das Herz-Kreislauf-System. 6

WIM HOF METHODE ERHÖHT PH-WERT DES BLUTES UND MACHT BASISCH

In der Studie, in der Freiwillige die Wim Hof Methode angewendet und die gleichen Ergebnisse erzielt hatten, konnten Forscher ebenso feststellen, dass die Probanden durch die Atemtechnik den pH-Wert ihres Blutes temporär bis zum Wert von 7,75 erhöht hatten! Der Normbereich liegt bei 7,35 bis 7,45. 7

KÄLTETHERAPIE KANN DEPRESSION ENTGEGENWIRKEN

Ein weiterer interessanter Aspekt der körperlichen Reaktion auf Kälte ist, dass er dabei stoßartig das Hormon Noradrenalin (Norepinephrin) in Mäusen8 und Menschen9 erhöht. Diese „Antwort“ wird durch das sympathische Nervensystem vermittelt, dessen Hauptzweck darin besteht, den Kampf-oder-Flucht-Reflex des Körpers zu stimulieren.

Das ist insofern spannend, weil in einer anderen Studie gezeigt wurde, dass bei Depression immer ein niedriges Level an Noradrenalin vorherrscht bzw. eine Anhebung des Noradrenalin-Wertes die Symptome verringert.10 Eine erhöhte Ausschüttung von Noradrenalin geht einher mit erhöhtem Fokus und verbesserter Aufmerksamkeit.

Es lindert Schmerz, z. T. weil es Entzündungen verringert. Norepinephrin wirkt aber auch als Hormon: Wenn es in den Blutkreislauf freigesetzt wird, erhöht es die sogenannte Vasokonstriktion (von lat. vas ‚Gefäß‘ und constringere ‚zusammenschnüren‘; ist der medizinische Fachbegriff für Gefäßverengung). Sie hilft natürlich bei der Erklärung, warum Norepinephrin bei unserer Reaktion auf Kälte eine wichtige Rolle spielt: Durch die Erhöhung der Vasokonstriktion verringern wir die Gesamtfläche, mit der das Blut in der Lage ist, die Hitze an die Umwelt zu verlieren.

Ich bei einem meiner Eisbäder im Winter 2016:

WIE KALT SOLLTE ES SEIN, DAMIT DIESE WIRKUNG ENTSTEHT?

Es scheint alles dafür zu sprechen, dass es eine Temperaturschwelle für die Aktivierung des sympathischen Nervensystems gibt. So zum Beispiel scheint ein einstündiges Kaltwasser-Bad bei 20° C (68° F) keine Norepinephrin-Freisetzung zu aktivieren, während 1 Stunde bei 14° C (57° F) die Norepinephrin-Freisetzung um 530% und die Dopamin-Ausschüttung um 250% erhöht.11 Meiner Auffassung nach ist Dopamin ja eine sehr gute Ergänzung zu Norepinephrine.

Um eine starke Freisetzung von Norepinephrin hervorzurufen, muss man sich jedoch nicht sehr lange der Kälte aussetzen. Eine Langzeitstudie12 beim Menschen verglich Personen, die 20 Sekunden lang in kaltem Wasser bei 4,4° C (40° F) badeten, mit solchen, die dreimal pro Woche eine zweiminütige Ganzkörper-Kryotherapie bei -110°C (-166°F) durchgeführt haben. Dabei hat man festgestellt, dass in beiden Fällen das Plasma-Norepinephrin in gleichem Maß 2 bis 3-fach (200 bis 300%) erhöht war. Es zeigte sich hierbei auch, dass sich die Freisetzung von Norepinephrin durch die Gewöhnung an die Kälte nicht verminderte.

DIE ROLLE DES KÄLTSCHOCKPROTEINS

Vieles von dem, was wir heute über die physiologischen Reaktionen auf Kälte wissen, kommt aus der Forschung mit Säugetieren, die einen Winterschlaf machen. Der Winterschlaf geht mit einer tiefgreifenden metabolischen Verschiebung einher. Diese wird von der grundlegenden biologischen Notwendigkeit getragen, im Winter bestmöglich Energie zu sparen.

Wenn der Körper runtergekühlt wird, werden gleichzeitig viele Gene abgeschaltet. Die Ausnahme bilden solche Gene, die am Lipidstoffwechsel (Fettverbrennung) beteiligt sind, und solche, die man als Kälteschockproteine bezeichnet. Beim Kontakt mit Kälte wird der Ausdruck dieser beiden Kategorien von Genen erhöht und es entstehen mehr Kälteschockproteine.

Ein Kälteschockprotein, welches als RNA-Bindungsmotiv 3 (RBM3) bekannt ist, spielt im Sinne unserer Diskussion eine besonders interessante Rolle. RBM3 kann in Gehirn, Herz, Leber und Skelettmuskeln gefunden werden und es erhöht schon bei geringem Kältekontakt seine Aktivität stark.13

KÄLTE & GEHIRN: DIE REAKTIVIERUNG VON SYNAPSEN, DIE BEREITS AM RANDE DES ABGRUNDS STANDEN

Synapsen sind neuronale Verknüpfungen, über die Nervenzellen in Kontakt zu anderen Zellen – wie z. B. Sinneszellen, Muskelzellen, Drüsenzellen oder anderen Nervenzellen – stehen. Sie bilden das Fundament der nervlichen Kommunikation und sind damit maßgeblich an der Entstehung von Erinnerungen beteiligt.

Synaptische Verbindungen lösen sich allerdings unter Kälteeinfluss auf. Dieses interessante Phänomen wurde zuerst bei Studien mit überwinternden Säugetieren beobachtet. Wenn die Tiere ihre Körpertemperatur aber wieder angehoben hatten, dann regenerierten auch die Synapsen fast zu 100 Prozent! Das ist eine unglaubliche Leistung. Das Beste ist, dass dieser Effekt nicht nur auf überwinternde Tiere beschränkt ist! Er zeigte sich auch schon bei Labormäusen, welche ja keinen Winterschlaf halten.

KÄLTE REGENERIERT SYNAPSEN FAST ZU 100 PROZENT

Bei Mäusen, die mittels pharmakologischer Einflüsse sowie durch einen 45-minütigen Aufenthalt in einer 5° C (45° F) kalten Umgebung abgekühlt wurden, konnte ein Verlust an Synapsen im Hippocampus von 26% festgestellt werden. Der Hippocampus ist der Teil des Gehirns, der für Lernen und Gedächtnis verantwortlich ist. Sobald sich diese Mäuse jedoch wieder aufgewärmt hatten, konnten sie rund 93% der Synapsen, die durch die Kälte verloren gegangen waren, wieder regenerieren.14

Aber jetzt kommt die spannende Nachricht: Der Mechanismus, durch den die verlorenen Synapsen regenerieren, ist von der Steigerung der Aktivität von RBM3 – dem Kälteschockprotein – abhängig. Zufälligerweise haben wir Menschen dieses auch!

RBM3 stellt eine wesentliche Voraussetzung für die Wiederherstellung der Synapsen dar.  Dieses Kälteschockprotein spielt eine zentrale Rolle bei der Anbindung an die RNA, um die Proteinsynthese an den Dendriten zu erhöhen, welche wiederum Bestandteil der Neuronen sind, die mit den Synapsen kommunizieren. Und genau das ermöglicht es dem Kälteschockprotein RBM3, die beschädigten Neuronen zu regenerieren.

Ich bin nichts Besonderes. Was ich kann, kann jeder. (WIM HOF) Klick um zu Tweeten

ZWEI KÄLTEANWENDUNGEN IN ZWEI WOCHEN ERHÖHEN DEN SCHUTZ FÜR ACHT WOCHEN

Nach dem vorgenannten Protokoll reichte ein einmaliger, 45-minütiger Kontakt mit Kälte bei 5° C (41° F) aus, um RBM3 im Gehirn von Mäusen für 3 Tage zu erhöhen. Wenn diese Prozedur jedoch einmal wöchentlich für zwei Wochen in Folge wiederholt wurde, dann hatte sich dadurch nicht nur der Ausdruck von RBM3 nachhaltig erhöht, und zwar nicht nur für diese zwei Wochen, sondern für weitere 6 Wochen im Anschluß!15

Was wäre, wenn sich Synapsen nicht nur von Beschädigungen durch Kälte auf die gleiche Weise erholen könnten? Hier könnte es richtig spannend werden!

In einem Experiment konnte beispielsweise schon gezeigt werden, dass eine RBM3-Überexpression, welche durch den Kontakt mit Kälte herbeigeführt wurde, bei Mäusen mit Alzheimer zu einem anhaltenden synaptischen Schutz geführt, nachhaltig Verhaltensdefizite verhindert und eine signifikante Verlängerung des Lebens bewirkt hatte.16 Offensichtlich gibt es hier einige neuartige und sehr interessante Mechanismen. Und die Möglichkeit, Synapsen durch regelmäßige Kälteanwendungen effektiv zu schützen, könnte enorme Auswirkungen auf die Alzheimer-Krankheit, andere neurodegenerative Erkrankungen sowie die Hirnalterung im Allgemeinen haben. Wir dürfen also schon jetzt gespannt sein.

Sprechen wir kurz über die Relevanz von Kälteschockproteinen für den Menschen: Diese ganze RBM3-Sache ist sehr neue Forschung und wir wissen nicht, ob dieser Effekt in gleicher Weise auch beim Menschen auftreten würde. Davon mal abgesehen muss man sich in diesem Zusammenhang zudem fragen, wie sehr die Körpertemperatur gesenkt werden muss, um RMB3 zu aktivieren.

DAS ABSENKEN DER KÖRPERTEMPERATUR UM 1° C BRINGT SCHON DEN GEWÜNSCHTEN EFFEKT

Neuesten Forschungsergebnissen zufolge scheint bereits eine Reduktion der Körpertemperatur um 1° C Kälteschockproteine (inkl. RBM3) in menschlichen Astrozyten (eine Art Hirnzelle) hervorzurufen. Die gleichzeitige Zugabe bzw. Erhöhung von Melatonin kann den Effekt von RBM3 sogar noch verstärken.17

Und ich denke, dass es ein erreichbares Ziel ist, die Körpertemperatur für eine kurze Zeit um 1° C auf 36° C abzusenken, was – by the way – per Definition schon eine milde Hypothermie (Unterkühlung) darstellt (Hypothermie beginnt bei 36° C).

Beispielsweise konnten in einer Studie junge Männer, die sich für eine Stunde in „kaltem“ Wasser von 20° C aufhielten, ihre Rektaltemperatur auf 36,1° C absenken. Blieben sie hingegen für eine Stunde in 14° C „kaltem“ Wasser, so konnten sie damit ihre Temperatur sogar auf 35.6°C absenken! Dies zeigt, wie einfach man diesen leichten „Kälteschock“ herbeiführen kann.18

DIE AUSWIRKUNGEN DER KÄLTE AUF ENTZÜNDUNGEN UND IMMUNFUNKTION

Der Zweck einer Entzündung ist, die Ursache einer Zellbeschädigung zu beseitigen, tote Zellen und verbrauchtes Gewebe zu eliminieren sowie die Gewebereparatur zu initiieren. Wenn dabei aber was schiefgeht bzw. dieser Prozess abläuft, ohne dass es überhaupt eine biologische Bedrohung gibt, dann habe wir ein größeres Problem.

Seit geraumer Zeit wir von niemandem mehr bezweifelt, dass Entzündungen der Schlüsselfaktor für den Alterungsprozess darstellen.19 Alle großen Zivilisations- und „altersbedingten“ Krankheiten gehen mit Entzündungsprozessen einher (auf diesen Zusammenhang gehe ich detailliert in diesem kostenlosen Webinar ein).

Eine aktuelle Studie untersuchte eine Vielzahl von Biomarkern in alten Menschen (Alter 85-99), Hundertjährigen (100), Semisuper-Hundertjährigen (105+) und Super-Hundertjährigen (110+). Dabei stellte man fest, dass über alle genannten Altersgruppen hinweg ein niedriger Entzündungswert gegeben war und mit einer überdurchschnittlichen Überlebensfähigkeit sowie überdurchschnittlichen kognitiven Fähigkeiten korreliert ist.

Kälteanwendungen wirken Entzündungen entgegen. Klick um zu Tweeten

DURCH KÄLTE INDUZIERTES NOREPINEPHRIN REDUZIERT ENTZÜNDUNGEN

Früher haben sich die Wissenschafler mit Norepinephrin vor allem wegen seiner Rolle als Neurotransmitter beschäftigt. Aber wenn Studien zeigen, dass Norepinephrine durch die Einwirkung von Kälte um den Faktor 5 gesteigert werden kann (!!!), dann lohnt es sich, auch mal diesen Aspekt etwas mehr unter die Lupe zu nehmen.

Eine der Rollen, die Norepinephrin ebenfalls bravourös beherrscht, ist die bei der Reduzierung von Entzündungen. Norepinephrin hemmt den Entzündungsverlauf, indem es den Tumornekrosefaktor Alpha (TNF-Alpha) verringert.20 TNF-Alpha ist ein multifunktionaler Signalstoff (Zytokin) des Immunsystems, welcher bei lokalen und systemischen Entzündungen beteiligt ist. Es ist ein sehr kraftvolles Molekül, das die Entzündung verstärkt.

Ein Überschuss des entzündlichen Zytokins TNF-Alpha kann bei fast jeder menschlichen Krankheit – von Typ-2-Diabetes über entzündliche Darmerkrankungen bis hin zu Krebs – gefunden werden. Um es simpel zu machen: Zu viel von diesem Zeug ist einfach schlecht. Wenn TNF-Alpha bei fast jeder menschlichen Krankheit im Übermaß vorhanden ist, es aber durch Kälteeinwirkung deutlich reduziert werden kann, dann müssen Kälteanwendungen logischerweise den Verlauf von vielen Krankheiten positiv beeinflussen!

Zusätzlich zur Reduktion von TNF-Alpha konnte durch Studien ebenfalls gezeigt werden, dass  Norepinephrin andere bösartige Chemikalien wie zum Beispiel das Makrophagen-Entzündungsprotein-1-alpha (MIP-1α), das durch Immunzellen produziert wird, verringern sowie eine Rolle bei rheumatoider Arthritis spielen kann.21

KÄLTE WIRKT ARTHRITIS ENTGEGEN UND LINDERT SCHMERZEN

Die Verringerung einer systemischen Entzündung ist eindeutig etwas Positives. Möglich ist das bei Arthritis – wenn man Kälteanwendungen praktiziert. In einer randomisierten und kontrollierten Studie wurden Patienten mit Arthritis dreimal innerhalb einer Woche für je 23 Minuten einer Ganzkörper-Kryotherapie bei -110° C (-166° F)  ausgesetzt. Die Patienten berichteten von einer signifikanten Reduktion ihrer Schmerzen.22

Interessanterweise wurde in einer anderen Studie eine lokale Kryotherapie angewendet – also nur das betroffene Gewebe gekühlt. Hier konnte die schädliche Kollagenase-Aktivität auf Kollagen unterbunden23 sowie die Produktion von entzündlichem Prostaglandin E2 reduziert werden.24

Einige der schmerzlindernden Auswirkungen der Kälteanwendungen kann in der Tat auf eine erhöhte Norepinephrin-Ausschüttung zurückgeführt werden. So konnte beispielsweise in Studien gezeigt werden, dass mittels einer Wirbelsäuleninjektion herbeigeführten Freisetzung von Norepinephrin Schmerzen bei Tieren25 und Menschen26 gelindert werden konnten.

KÄLTE BEI GEHIRNENTZÜNDUNG UND DEPRESSION

Lasst uns noch kurz über Gehirnentzündung und Gemütsverfassung reden. Proinflammatorische Moleküle (wie TNF-Alpha und Prostaglandin E2) können die Blut-Gehirn-Schranke überwinden und die Immunzellen des Gehirns aktivieren, die als Mikroglia bekannt sind. Das ist schlecht.

Es scheint sehr wahrscheinlich zu sein, dass Eisbäder oder Ganzkörper-Kryotherapie, welche das Norepinephrin erhöhen, prinzipiell eine gute präventive Maßnahme sein können, weil sie Entzüdungen verringern und somit dem Alterungsprozess – vor allem dem des Gehirns – entgegenwirken.

Auch scheint es eine Tatsache zu sein, dass entzündliche Moleküle einen Beitrag zu Depression und Ängsten leisten, indem sie die Freisetzung von Serotonin aus Neuronen hemmen.27 Es liegt somit nahe, dass Kälteanwendungen auch hier ggf. eine Besserung der Situation herbeiführen können.

KÄLTE UND DAS IMMUNSYSTEM

All das Gerede über Kälteanwendungen (z. B. mittels Eisbäder oder Kryotherapie) und die daraus resultierende Reduktion von Entzündungen könnte manche Menschen eventuell verleiten zu denken, dass es u. U. besser sei, weniger Immunzellen zu haben, da sie ja so viel Chaos anrichten können. Doch dem ist nicht so.

Im Allgemeinen ist eine große Anzahl von Immunzellen eine gute Sache – solange sie nicht unnötig aktiv sind. Ich erwähnte bereits, dass Entzündungen als ein wichtiger Treiber des Alterungsprozesses identifiziert werden konnten. Gleichzeitig möchte ich darauf hinweisen, dass auch das Immunsystem eine solch wichtige Rolle im Alterungsprozess spielt.

Das Altern wird in der Regel durch die sogenannte Immunoseneszenz – die langsame Verschlechterung des Immunsystems im Alter – begleitet. Sie geht mit einer allgemeinen Reduktion der Immunzellen einher. Wer also lange lebt und es schafft, ein Super-Hundertjähriger (110+) zu werden, der benötigt dazu einen gesunden biologischen Bestand an Immunzellen.28 Aber nicht nur das: Für ein derart langes Leben werden viele unterschiedliche Arten von Immunzellen benötigt. Zudem müssen diese sich schön ruhig verhalten – es sei denn, es gibt einen berechtigten Grund dafür, aktiv zu sein.

WIE BEEINFLUSST KÄLTE DEN BESTAND DER IMMUNZELLEN?

Also, wie beeinflusst die Kälte den Bestand unserer Immunzellen? Nun, es scheint so zu sein, als dass Kälte ihn erhöht – zumindest den Bestand bestimmter Immunzellen. So zum Beispiel konnte bereits nachgewiesen werden, dass Kaltwasserbäder, die über einen Zeitraum von 6 Wochen und 3 mal pro Woche von gesunden Männern praktiziert wurden, die Lymphozytenzahlen erhöht haben.29

Dies deckt sich mit der Tatsache, dass gewohnheitsmäßige Winterschwimmer eine höhere Anzahl von weißen Blutkörperchen im Vergleich zu solchen Menschen haben, die eher selten im Winter draußen schwimmen gehen.30

Zudem konnte eine weitere Studie zeigen, dass die Kälteexposition in einer Klimakammer bei 5° C (41° F) die Anzahl der weißen Blutkörperchen einschließlich zytotoxischer T-Lymphozyten erhöht, welche auf das Abtöten von Krebszellen spezialisiert sind.31

Männer, die sich für 30 Minuten in einem 4° C kalten Raum aufhalten, verringern ihre Kernkörpertemperatur um etwa 0,45° C und erhöhen dabei die Anzahl und die Aktivität der natürlichen T-Killerzellen. Natürliche T-Killerzellen sind eine weitere Art von Immunzellen, die auf das Abtöten von Viren und Tumorzellen spezialisiert sind.32

All das kann eventuell dazu beitragen, die oft in der Gemeinde der Winterschwimmer geteilten Anekdote den Rücken zu stärken, dass sie weniger häufig von Erkältungen und Grippe heimgesucht werden.

Tatsächlich konnte beispielsweise schon in epidemiologischen Studien gezeigt werden, dass Winterschwimmen mit einer um 40% verminderten Wahrscheinlichkeit einhergeht, an einer Atemwegsinfektionen zu erkranken. Doch es muss noch eine Menge Arbeit geleistet werden, damit wir irgendwann noch viel besser verstehen können, wie die langfristigen Auswirkungen einer kontinuierlichen Kältetherapie auf Immunzellenzahlen und Immunfunktionen sind.33

Regelmäßige Kälteanwendungen sind mega gesund: sie reduzieren das Erkältungs- und Gripperisiko… Klick um zu Tweeten

WARNUNG

Praktiziere die Wim Hof Methode oder ähnliche Atemübungen nicht kurz vor oder während irgendwelchen Aktivitäten, bei denen sich eine Veränderung des Bewusstsein oder Bewusstlosigkeit lebensbedrohlich auswirken kann – also z. B. beim Autofahren, beim Schwimmen oder beim Tauchen. Die Wim Hof Methode oder ähnliche Atemübungen können starke Effekte haben und sollten deshalb immer in einer sicheren Umgebung und in Anwesenheit einer weiteren Person praktiziert werden. Wer Atemübungen wie die Wim Hof Methode erstmalig praktiziert, sollte dies nur unter Anleitung eines erfahrenen Begleiters, z. B. eines Yoga Lehrers, tun. Die Kältetherapie sollte grundsätzlich immer den eigenen Fähigkeiten entsprechend sein. Der Kontakt mit der Kälte muss trainiert werden und sollte nur Zug um Zug ausgeweitet werden. Bei Missachtung besteht die Gefahr der Unterkühlung (Hypothermie). Sprich immer zuerst mit Deinem Arzt, bevor Du ein solches Trainingsprogramm beginnst. Grundsätzlich solltest Du beim Trainieren nie etwas forcieren. Achte genau auf eventuelle Signale Deines Körpers: er weiß immer genau, was angemessen ist.

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  1. Ergänzende Information zum autonomen Nervensystem: Normalerweise steuert das autonome Nervensystem ganz automatisch die Atmung, die Verdauung, den Herzschlag, die Ausdehnung und das Zusammenziehen der Blutgefäße sowie die sexuelle Erregung. Es ist außerdem die primäre Instanz zur Regulierung der 3 Hauptverteidigungsstrategien Kampf, Flucht und Erstarrung
  2. Vgl. Groothuis, Jan et al.: Can meditation influence the autonomic nervous system? A case report of a man immersed in crushed ice for 80 minutes. Radboud University Nijmegen, The Netherlands, PDF
  3. Vgl. Radboud University Nijmegen Medical Centre: Research on ‚Iceman‘ Wim Hof suggests it may be possible to influence autonomic nervous system and immune response. ScienceDaily. ScienceDaily, 22 April 2011, www.sciencedaily.com/releases/2011/04/110422090203.htm
  4. Vgl. Kox, Matthijs et al.: The influence of concentration/meditation on autonomic nervous system activity and the innate immune response: a case study. Psychosom Med. 2012 Jun;74(5):489-94; http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22685240; Ganzer Text: PDF
  5. Vgl. Kox, Matthijs et al.: Voluntary activation of the sympathetic nervous system and attenuation of the innate immune response in humans. PNAS May 20, 2014 vol. 111 no. 20 7379-7384, http://www.pnas.org/content/111/20/7379.full
  6. Ebenda
  7. Ebenda
  8. Vgl. Jedema, H. P., Gold, S. J., Gonzalez-Burgos, G., Sved, A. F., Tobe, B. J., Wensel, T. G., & Grace, A. A. (2008). Chronic cold exposure increases RGS7 expression and decreases α2-autoreceptor-mediated inhibition of noradrenergic locus coeruleus neurons. The European Journal of Neuroscience, 27(9), 2433–2443; http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2879008/
  9. Vgl. Šrámek, P. et al.: Human physiological responses to immersion into water of different temperatures. European Journal of Applied Physiology, , Volume 81, Issue 5, pp 436–442. http://link.springer.com/article/10.1007/s004210050065
  10. Vgl. Moret, C., & Briley, M. (2011). The importance of norepinephrine in depression. Neuropsychiatric Disease and Treatment, 7(Suppl 1), 9–13; http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3131098/
  11. Vgl. Šrámek, P. et al.: Human physiological responses to immersion into water of different temperatures. European Journal of Applied Physiology, , Volume 81, Issue 5, pp 436–442. http://link.springer.com/article/10.1007/s004210050065
  12. Vgl. Scandinavian Journal of Clinical and Laboratory Investigation Vol. 68 , Iss. 2,2008; http://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/00365510701516350
  13. Vgl. Williams, Daryl R. et al.: Seasonally hibernating phenotype assessed through transcript screening.
  14. Vgl. Peretti, Diego et al.: RBM3 Mediates Structural Plasticity and Protective Effects of Cooling in Neurodegeneration. Nature 518.7538 (2015): 236–239. PMC. Web. 10 Mar. 2017; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4338605/
  15. Ebenda; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25607368
  16. Ebenda; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25607368
  17. Vgl. Jackson, T.C. et al.: Cold stress protein RBM3 responds to temperature change in an ultra-sensitive manner in young neurons. Neuroscience, Volume 305, 1 October 2015, Pages 268–278; http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0306452215007356
  18. Vgl. Šrámek, P. et al.: Human physiological responses to immersion into water of different temperatures. European Journal of Applied Physiology, , Volume 81, Issue 5, pp 436–442. http://link.springer.com/article/10.1007/s004210050065
  19. Vgl. Arai, Yasumichi et al.: Inflammation, But Not Telomere Length, Predicts Successful Ageing at Extreme Old Age: A Longitudinal Study of Semi-supercentenarians. EBioMedicine, Volume 2, Issue 10, October 2015, Pages 1316-1317; http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2352396415300815
  20. Vgl. Hu XX, Goldmuntz EA, Brosnan CF: The effect of norepinephrine on endotoxin-mediated macrophage activation. J Neuroimmunol. 1991 Jan;31(1):35-42; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1845768
  21. Vgl. Haskó, G., Shanley, T. P., Egnaczyk, G., Németh, Z. H., Salzman, A. L., Vizi, E. S. and Szabó, C. (1998): Exogenous and endogenous catecholamines inhibit the production of macrophage inflammatory protein (MIP) 1α via a β adrenoceptor mediated mechanism. British Journal of Pharmacology, 125: 1297–1303; http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1038/sj.bjp.0702179/full
  22. Vgl. Hirvonen, H. E. et al.: Effectiveness of different cryotherapies on pain and disease activity in active rheumatoid arthritis. A randomised single blinded controlled trial. Clin Exp Rheumatol. 2006 May-Jun;24(3):295-301; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16870097
  23. Vgl. Harris, Edward D. et al.: The Influence of Temperature and Fibril Stability on Degradation of Cartilage Collagen by Rheumatoid Synovial Collagenase. N Engl J Med 1974; 290:1-6; http://www.nejm.org/doi/pdf/10.1056/NEJM197401032900101
  24. Vgl. Banfi, Giuseppe et al.: Effects of whole-body cryotherapy on serum mediators of inflammation and serum muscle enzymes in athletes. Journal of Thermal Biology Volume 34, Issue 2, February 2009, Pages 55–59; http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S030645650800106X
  25. Vgl. Pertovaara A., Kalmari J.: Comparison of the visceral antinociceptive effects of spinally administered MPV-2426 (fadolmidine) and clonidine in the rat. Anesthesiology. 2003 Jan;98(1):189-94; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12502996
  26. Vgl. Gordh T Jr.: Epidural clonidine for treatment of postoperative pain after thoracotomy. A double-blind placebo-controlled study. Acta Anaesthesiol Scand. 1988 Nov;32(8):702-9; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3063048
  27. Vgl. Patrick, Rhonda et al.: Vitamin D and the omega-3 fatty acids control serotonin synthesis and action, part 2: relevance for ADHD, bipolar disorder, schizophrenia, and impulsive behavior. FASEB J. 2015 Jun;29(6):2207-22. doi: 10.1096/fj.14-268342. Epub 2015 Feb 24; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25713056
  28. Vgl. Arai, Yasumichi et al.: Inflammation, But Not Telomere Length, Predicts Successful Ageing at Extreme Old Age: A Longitudinal Study of Semi-supercentenarians. EBioMedicine, Volume 2, Issue 10, October 2015, Pages 1549–1558; http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2352396415300815
  29. Vgl. Janský, L. et al.: Immune system of cold-exposed and cold-adapted humans. Eur J Appl Physiol Occup Physiol. 1996;72(5-6):445-50; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8925815
  30. Vgl. Dugué, B. et al.: Adaptation related to cytokines in man: effects of regular swimming in ice-cold water. Clin Physiol. 2000 Mar;20(2):114-21; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10735978
  31. Vgl. Brenner, I. K. M. et al.: Immune changes in humans during cold exposure: effects of prior heating and exercise. ; http://jap.physiology.org/content/87/2/699
  32. Vgl. Lackovic, V. et al.: Activation of NK cells in subjects exposed to mild hyper- or hypothermic load. J Interferon Res. 1988 Jun;8(3):393-402; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2457640
  33. Vgl. Kolettis, T.M.: Winter swimming: healthy or hazardous?: Evidence and hypotheses. Medical Hypotheses, Volume 61, Issues 5–6, November–December 2003, Pages 654–656; http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0306987703002706
Von | 2017-07-26T18:42:41+00:00 23. November 2016|

5-AFFEN-EXPERIMENT: So funktioniert die Welt

 

Eine Gruppe von Forschern sperrte 5 Affen in einen Käfig. In der Mitte des Käfigs stand eine Leiter mit Bananen an der Spitze. Jedes Mal wenn ein Affe oben auf der Leiter angekommen war, haben die Forscher die anderen Affen mit kalten Wasser nass gemacht.

Nach einiger Zeit schlugen die anderen Affen den Affen, der versuchte, die Leiter hochzuklettern. Von nun an versuchte keiner der Affen mehr hochzuklettern.

Die Wissenschaftler beschlossen, einen der Affen auszutauschen. Das erste, was der ausgewechselte Affe versuchte, war die Leiter hochzuklettern. Die anderen Affen schlugen ihn direkt und nach einigen Schlägen lernte der neue Affe, dass er die Leiter nicht hochklettern durfte, obwohl er nicht wusste warum. Ein weiterer Affe wurde ausgewechselt und dasselbe Szenario passierte. Der erste ausgewechselte Affe beteiligte sich an dem Schlagen des zweiten Affen. Nun wurde ein dritter Affe ausgetauscht und alles wiederholte sich. Dann wurde der vierte Affe ausgetauscht und zum Schluss der fünfte Affe.

Was übrig geblieben war, war eine Gruppe von fünf Affen, die, obwohl sie nie eine kalte Dusche bekommen hatten, jeden zusammenschlugen, der es wagte die Leiter hinaufzuklettern. Wenn es möglich wäre, die Affen zu fragen, warum sie jeden schlugen, der die Leiter hinaufkletterte, würden sie wahrscheinlich antworten: „Ich weiß nicht, aber so wird das hier halt nun einmal gemacht.“

Ob diese Geschichte „wahr“ ist, wissen wir nicht. Gleichwohl zeigt sie uns sehr deutlich, wie die Welt wirklich tickt.

Von | 2017-05-23T15:52:50+00:00 17. September 2016|